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BEN IS BACK! BADLANDS 2024

Am 1. September geht es für mich nach 2022 zum zweiten Mal in die einzige Wüste Europas, zu Badlands. DAS Gravelrennen unter den Ultra-Gravelrennen, zu dem Teilnehmer aus allen Kontinenten anreisen und für das es mehrere Tausend Bewerber auf 350 Startplätze gibt. Badlands ist ein non-stop Gravelrennen über 791km und 15.500 hm, bei dem es sich selbst zu versorgen gilt und Pausen nach eigenem Ermessen gemacht werden. Die Zeitmessung läuft allerdings durch bis ins Ziel.

Allein wenn ich an die Vorfreude und Nervosität denke, die vor dem Start bei Sonnenaufgang in Granada in der Luft liegen, kribbelt es mich. Den Fahrern steht eine unvergleichliche Landschaft, unfassbare Hitze und viel Unkalkulierbares bevor. Jeder hat sich eine andere Strategie zurechtgelegt und sein Fahrrad und sein Gepäck darauf abgestimmt. Keine Frage, dass das in diesem Moment von den anderen Teilnehmern interessiert unter die Lupe genommen und analysiert wird. 

Weniger ist mehr

Ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass mein kaum vorhandenes Gepäck für sehr viel Aufsehen sorgen wird. An Gepäck habe ich so viel dabei, wie die meisten Radfahrer auf eine 2-stündige Ausfahrt mitnehmen: Eine kurze Oberrohrtasche und eine kleine Tasche für den Schlauch am Sattel - fertig. Ich gehe volles Risiko, nehme im schlechtesten Fall einen kurzen Moment des Frierens in Kauf, aber letztlich habe ich sehr wenig zusätzliches Gewicht an meinem Arc8 Gravelrad und somit mehr Freude auf den Sandpisten Andalusiens. Mein Gepäck besteht nur aus einer Windweste, Akkus für das Licht und den Fahrradcomputer, Reparatur-Set und Verpflegung.

Die Strecke

Aus Granada heraus werden auf den ersten 20 Kilometern knapp 1000 hm zurückgelegt. Das Fahrerfeld wird sich ausdehnen und einige Fahrer werden deutlich über ihr eigentliches Vermögen hinausschießen. Hier gilt es Ruhe zu bewahren und mich auf eine gute Krafteinteilung zu verlassen. Ich stelle mich in der Sierra de Huetor auf zwei mental harte Stunden ein, in denen ich immer wieder von Fahrern überholt werde oder welche ziehen lassen muss. 

Ein erstes Highlight wartet bei Kilometer 79 auf mich. Der Mirador del Fin del Mundo ist ein natürlicher Balkon über dem Granada Geopark und der erste echte Kontakt mit den Badlands, das durch trockene, offene Böden, leicht verwitternde Gesteine und somit spannende Gesteinsformationen geprägt ist. Dieser besondere Aufstieg ist nur 700 m lang, hat aber eine Durchschnittssteigung von 15 % bis 25 %.

Bei Kilometer 127 wird das Dorf Gorafe passiert. Hier werde ich meine Wasservorräte nochmals auffüllen, bevor es auf eine Schlaufe in die Gorafe Wüste geht. An den Brunnen habe ich schöne Erinnerungen, da ich mich beim letzten Mal sehr nett auf die Schnelle mit Juan Antonia Flecha, dem ehemaligen Sky Profi und Eurosport-Experten, unterhielt. Zwischen Gorafe und Gor wird es enorm heiß werden, da ich dort voraussichtlich in der Mittagshitze unterwegs sein werde. 100 km später gilt im Dorf Gor dasselbe: Alles wieder auffüllen, bevor es hinauf zum Observatorium Calar Alto auf 2140 m und in die Nacht hinein geht.  

Der nächste größere Abschnitt läuft entlang des Mittelmeers mit einem Strandabschnitt von ein paar Kilometern, wo es das Fahrrad zu schieben gilt. 2022 wollte ich es nicht wahrhaben und stürzte bei meinem verzweifelten Versuch, trotzdem zu fahren - zum Genuss der Fotographen. Über Nijar geht es in die Tabernaswüste und in ein 15 Kilometer langes ausgetrocknetes Flussbett, in dem man der Oberfläche nie ansieht, ob sie hart und befahrbar ist oder weich und damit mühsam passierbar. Es wird ein sehr nervenaufreibender Abschnitt in einer völlig kargen Gegend bei Temperaturen um die 40 Grad. Auf diesem Abschnitt umfahren wir die Stadt Almeria und blicken von einem Höhenzug hinab auf die Gewächshäuserstadt am Mittelmeer. Es folgt das abschließende Teilstück in die Berge hinein, bei dem es brutal steile und lange Betonstraßen zu erklimmen gilt. Beim letzten Mal fuhr ich diesen Abschnitt völlig übermüdet und habe somit kaum Erinnerungen. Ich hoffe, dass mir durch gutes Einprägen dieses Abschnitts die Orientierung gegen Ende des Rennens dieses Mal leichter fällt.

Einige Streckenteile sind geblieben, andere wurden jedoch ausgetauscht oder verändert. Einen grausamen, sehr felsigen Anstieg haben die Veranstalter offensichtlich ersetzt, die Frage ist nur, ob es deshalb angenehmer sein wird.

Vorbereitung

Neben vielen Grundlagen-Trainingskilometern bin ich zahlreiche kraftbetonte Intervalle gefahren. Die Anstiege werden häufig so steil sein, dass man die Wahl hat, den Abschnitt mit viel Kraft durchzudrücken oder zu schieben. Viele Teilnehmer werden ihr Rad häufig schieben müssen - mein Plan sieht das nicht vor (siehe unten). Ein großes Thema wird die Hitze werden. Neben Saunagängen habe ich durch Hitzetraining bei einer Körpertemperatur von 38,8 Grad meinen Körper dafür bestmöglich vorbereitet. Ich hoffe schwer, dass sich das heftige Schwitzen auszahlt :-).

Mein Gravelrad

Das Abenteuer werde ich mit meinem Arc8 Eero Gravelrad bestreiten. Ausgerüstet mit 45 mm Schwalbe G-One R Tubeless Reifen sollte meine Vorfreude auf die herrliche Gravelstrecke nicht enttäuscht werden. Meine Classified Nabe wird mir in den steilen Abschnitten Freude bereiten, wenn ich doch noch einen Gang kleiner schalten und damit die gesamte Strecke fahrend zurücklegen kann. Staub wird neben dem Fahrer auch das Fahrrad viel abbekommen. Meine Ceramicspeed Lager und Schaltungsröllchen sind aber genau für solche extremen Gegebenheiten gemacht und werden den feinen Sandkörnchen widerstehen können. 

Das Gewicht einer Isomatte oder eines Schlafsacks erspare ich mir. Wer nichts zum Schlafen dabei hat, kann auch nicht dazu verleitet werden.

Vorfreude

Ich freue mich unglaublich auf die tollen Schotter- und Sandpisten, die beeindruckenden Felsformationen der Wüstentäler, die Teilnehmer und die Herausforderung, mich ans Limit zu führen. Ich bin bestens vorbereitet und mein Ziel ist es, die 791km - so verrückt es klingen mag - zu genießen. Auch bei bester Vorbereitung passiert immer etwas Unvorhergesehenes, weshalb ich mir keine bestimmte Platzierung vornehme. Sollte ich unter die ersten 5 fahren, wäre das ein Erfolg, auch wenn ich vor zwei Jahren das Rennen auf dem 2. Platz beenden konnte.

Wir sehen uns kommenden Sonntag in der Wüste. Folgt mir gerne auf Dotwatcher unter folgendem Link:  

BEN (Nummer 22)

MICHA (Nummer 174)

https://dotwatcher.cc/race/badlands-2024

Grüße Ben

 

Hegelstraße 7
72663 Großbettlingen
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