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BENS BLOG - IN REKORDZEIT DURCH IRLAND!

2421 km und 25.000 hm in 5 Tagen und 1 Stunde? Habe ich gerade eine neue Rekordzeit für „TransatlanticWay“ aufgestellt? Ich kann es selbst nicht fassen, falle dem Veranstalter in die Arme und danach für 21 Stunden der folgenden 26 Stunden ins Bett. 

Die Entscheidung war im Flieger von Spanien nach Deutschland gefallen, als ich gerade bei Badlands die Ziellinie als Dritter überquert hatte. Ich war auf ein Rennen gestoßen, das durch Irland führt - mit einer Distanz, wie ich sie noch nie gemeistert habe und durch ein Land, das mich interessiert. Es war sofort klar: Hier würde ich mich anmelden. Das sollte mein Highlight 2025 werden. Und genauso kam es!

Um 4.30 Uhr morgens reihten sich Radenthusiasten, soweit das Auge reichte, in Cork an der Startlinie auf. Von modernsten Aerorädern mit zusätzlichen Aero-Anbauteilen und Trinksystemen in Flossenform hinter dem Sattel, bis hin zu Retrobikes, die sichtbar schon seit mehreren Jahrzehnten im Einsatz waren. Von jungen Sportlern bis zu Radlern mit über 70 Jahren, von ausgezehrten, jedoch unerfahrenen Ultrasportlern, bis hin zu gemütlicheren Bikepackern, die jedoch mit jahrelanger Erfahrung gesegnet sind. Alle einte eines: Die Freude am Radfahren, unter freiem Himmel zu übernachten und an der Unberechenbarkeit einer solch großen Herausforderung. 

 

Hier bin ich richtig

Dass ich am richtigen Ort war, wusste ich kurz nach meiner Ankunft im Startort Cork. Ich machte mich morgens auf, um mir einen Kaffee zu besorgen und entdeckte einen älteren Mann, der in Daunenjacke und Daunenhose auf einer Isomatte neben seiner Fahrradbox unter einem Hauseingang lag. Er stellte sich als Michael aus Newcastle vor, 65 Jahre alt und gestern so spät angekommen, dass er entschieden hatte, kein Zimmer zu nehmen, sondern noch einmal seine Ausrüstung zu testen.

Ein weiterer Beweis war wenig später der Amerikaner Isaac mit seinem Rad. Ein unglaublicher Fahrradfreak, für den sein Fahrrad wirklich das „heilige Blechle“ darstellt. Er hatte unter anderem einen Spiegel unterhalb des Lenkers montiert, um bei starkem Gegenwind immer mit gesenktem Kopf fahren zu können und trotzdem die Straße immer bestens im Blick zu behalten.

Des Weiteren wurden Diskussionen geführt, ob man einen Vorteil durch ein kleines aufblasbares Kissen hätte oder ob der Platz und das Gewicht ihn wieder zunichtemachen würden.

Hier war wahre Leidenschaft vor Ort! Es ging nicht darum, ein schickes Trikot zu tragen oder ein Media Team dabei zu haben, um sich bestmöglich zu vermarkten. Hier waren begeisterte Radsportler und Outdoorenthusiasten, die sich auf die gemeinsame Herausforderung und bevorstehenden Erlebnisse freuten.

Einschwören der Gruppe

Bevor „TransatlanticWay“ starten konnte, galt es das Lied eines Teilnehmers von vor einigen Jahren zu singen, das er mit drei gebrochenen Rippen aus Verzweiflung in seinem Zelt geschrieben hatte. Voller Inbrunst sangen 100 Radler um 4.30 Uhr gemeinsam den Refrain „But fuck it, I`ll do it, or die in a tent“. Mit jeder Wiederholung wurde der Chor mutiger, der Klang kräftiger und es entstand ein Zusammenhalt und eine unnachahmliche Atmosphäre, wie ich sie noch bei keinem Ultrarennen erlebt hatte.

 

Tag 1 - Rennstart

Erstaunt, welche Wirkung das gemeinsame Singen auf alle hatte, setzten sich die Teilnehmer mit fröhlichen Gesichtern um 5 Uhr am Morgen in Bewegung.  Martin Haubold, den ich vom RaceThroughPoland kannte und der eben jenes Rennen auch schon als Zweiter beendet hatte, legte sofort los. Aus Cork hinaus waren es viele, kurze und steile Rampen, die das Fahrerfeld in die Länge zogen. Martin verschwand bei mystischer Morgenstimmung im Nebel aus meinem Sichtfeld und ich begann mich auf meine eigene Fahrt zu konzentrieren. Nachdem ich zu Beginn noch von einigen Fahrern überholt wurde, hatte ich mich nach ca. 80 km deutlich an die zweite Position gesetzt. Ein erstes Grinsen huschte über mein Gesicht, als ich wenig später überraschend das blinkende Rücklicht von Martin auf einer Brücke wieder vor mir sah. Inzwischen waren wir an der Küste angekommen und ich zog es vor, kein Rennen zu entfachen und entspannt mit 100 m Abstand bis zum Checkpoint 1 hinter ihm zu bleiben. 

 

Checkpoint 1

An Checkpoint 1 nach 165 km machte ich das erste Mal mit der Herzlichkeit des Organisators Adrian O`Sullivan Bekanntschaft. Er umarmte mich kräftig und betonte, wie sehr es ihm gefalle, dass ich lachen würde und mit Freude dabei wäre. 

Mit Martin betrat ich das Cafe des Aussichtspunkts am Atlantik. Den Kaffee hatte ich schon vor dem Bezahlen beim Bestellen getrunken und der Blueberry-Muffin wurde beim Hinausgehen verschlungen. Martin nahm sich noch Zeit für eine Suppe und so genoss ich es, an der Spitze des Rennens mein Tempo anschlagen zu können im Wissen, dass mir im Moment niemand davonfuhr. Nachdem Irland an der Südküste seine Sandstrände noch im Nebel präsentierte, zeigte es sich auf „Bere Island“ von einer schöneren Seite und so kam erstmals die prächtige Natur zum Vorschein. Ein ständiges Auf und Ab auf kleinen Sträßchen, die von Steinmäuerchen oder Hecken gesäumt waren, wurden mit dem rauen Atlantik im Hintergrund zum vollen Genuss.

 

Healypass – Achtung Schafe

Es folgte der Healypass, der mir eine riesige Freude bereitete. Im Wiegetritt schraubte ich mich durch den im Pass hängenden Nebel in die Höhe hinauf. Völlig allein konnte ich diesen Anstieg genießen, ohne einem Auto zu begegnen. Die Abfahrt hätte eine schnelle sein können, wären da nicht viele Schafe zu umkurven gewesen, die es sich auf dem warmen Teer gemütlich gemacht hatten. So schön sie auch in die Natur und das Bild Irlands passen, so sehr stellen die vielen freien Schafe bergab wirklich eine Gefahr dar. Sie können z.B. unerwartet hinter einer Kurve liegen. Rollt man schon lange für sie sichtbar auf sie zu, reagieren sie erst im letzten Moment und völlig unkoordiniert. Sie rennen aufgeregt gegeneinander, in den nächstgelegenen Zaun oder eine Mauer. Man muss immer auf der Hut sein. Wer braucht in Irland schon Blitzer zur Geschwindigkeitskontrolle 😊? 

 

Waterville – der Name ist Programm

Die Nacht brach herein und mit ihr ein heftiges Unwetter. Es schüttete so, dass Bäche über die Straßen liefen. Da es keinerlei Anzeichen gab, dass der Regen schwächer werden würde, beschloss ich mir in Waterville nach 515 Kilometern ein Dach zu suchen. Letztlich entschied ich mich für die Überdachung der Einkaufswagen vor einem Supermarkt und verbrachte so die Nacht zwischen diesen und dem Pfandautomaten. Der Pfandautomat gab alle 10 Minuten Geräusche von sich, der Wind pfiff unter den Einkaufswagen durch und ich zwang mich in meinem Biwak- und Schlafsack auf dem Betonboden zumindest ein wenig meine Augen zu schließen. 

 

Tag 2 – Flott über die Halbinsel Dingle

Nach Ablauf der 3 h-Regel fuhr ich mit ca. 1,5 h Schlaf weiter. Martin hatte kürzer gestoppt und lag nur noch 9 km hinter mir, hatte jedoch gar nicht geschlafen, sondern sich nur vor dem Regen geschützt. Ich wollte unbedingt, dass er mich nicht mehr zu Gesicht bekam und fuhr ein wenig über meinem gewollten Tempo. Der Invest lohnte sich und ich baute meinen Vorsprung auf dem Weg zur Halbinsel Dingle immer weiter aus. Nach einer herrlichen Schleife bei Sonnenschein und spektakulären Blicken auf zerklüftete Felsen und Sandstrände bog ich auf dem Weg nach Tabert auf den nicht weniger schönen Conor Pass ab, wo es die Fähre um 17 Uhr zu erreichen galt. 

Kurzes Innehalten

Auf der Fähre genoss ich 20 Minuten, in denen ich Pause machte und nicht das Gefühl hatte, Zeit zu verlieren. Ich kaufte sofort einen Kaffee, stellte ihn neben mich auf den Boden und schloss für 15 Minuten auf dem Fährboden die Augen. Anschließend wurde der abgekühlte Kaffee in den Rachen geschüttet, etwas gegessen, die Zähne geputzt, die Kette geölt und mit dem Hinunterlassen der Fährrampe wieder in meine Pedale eingeklickt. Ich stand bei km 325 an diesem Tag und mein Ziel war für diese Nacht Checkpoint 2, eine traditionelle irische Farm, womit noch 200 Kilometer vor mir lagen.

 

Einsatz lohnt sich

Die ersten 150 km nach der Fähre verflogen. Entlang der Felsküste bei Fanore, auf einer völlig einsamen Küstenstraße, lief es wie von selbst - im Gegensatz zu den folgenden 50 km. Ich war müde, Regen setzte ein und meine Augen wurden schwer. 20 km vor meinem Ziel hatte ich mich schon entschieden in einem Schopf zu nächtigen, jedoch hatte ich in meiner Müdigkeit zunächst übersehen, dass der Unterschlupf kein Dach hatte. Ich quälte mich also weiter und der Gedanke an eine Matratze im Farmhaus bei Adrians Tante Anne trieb mich an.  Völlig übermüdet erreichte ich gegen 2 Uhr nachts mein Ziel.

Eine warme Dusche, eine Matratze, auf der ich meinen Schlafsack auslegen konnte, eine ausgewaschene Radhose und ein Frühstück, sowie Kaffee am Morgen, entschädigten mich absolut für die letzten Kilometer. Gastgeberin Anne war ein Geschenk. Sie ließ uns Teilnehmer in ihrem Haus walten, als wäre es unseres. Man konnte gar nicht anders, als sich wohlzufühlen. Ihre Herzlich- und Großzügigkeit in Verbindung mit meiner Dankbarkeit stellt einen der ganz besonderen Momente in meinen bisherigen Ultrarennen dar.

 

Tag 3 – Beste Entscheidung des Rennens  

Nach einem 3-stündigen Aufenthalt mit 2 Stunden perfektem Schlaf machte ich mich wieder auf den Weg. Ich hatte in der Zwischenzeit über 100 km Vorsprung und erste Gedanken an den Sieg ploppten in meinem Kopf auf. Es lief bislang einfach alles perfekt. Meine Beine waren nicht aufzuhalten und ich hatte nichts an Leistung eingebüßt. Ich hatte Spaß auf dem Fahrrad und konnte die Landschaft genießen.

Mir wurde bewusst, dass die Regel des Organisators innerhalb von 24 Stunden am Stück 3 Stunden stoppen zu müssen, mir dieses Vergnügen bescherte. Ich hatte durch den kurzen Schlaf einen sehr großen Gewinn an Vergnügen und Leistung und so beschloss ich, mir in der 3. Nacht ein Zimmer zu nehmen. Telefonisch buchte ich ein Zimmer in Newport, das ich gegen 23 Uhr erreichen sollte und schlief dort volle 5 Stunden. Das war eindeutig die beste Entscheidung!

 

Motivation von Herzen

Der Wind hatte an der Küste die Wolken vertrieben, die Sonne strahlte und ließ das Touristenherz höherschlagen.  Herrliche Panoramablicke auf die Bucht bei Clifden und die vorgelagerten Inseln boten zahlreiche Fotomotive, die ich ganz bewusst in mir aufsog. Der Höhepunkt stellte an diesem Ort jedoch der Bike Shop Besitzer dar, der extra vor seinem Laden gewartet hatte, um mich anzufeuern. Er hatte das Rennen online verfolgt und rief mich beim Namen und wünschte mir weiterhin alles Gute. 

200 km später wurde diese Situation noch getoppt: Es dämmerte bereits und plötzlich tauchten an einem steilen Anstieg auf der Straße gemalte Smileys und „Benjamin gehen! Gehen! Gehen! (Go! Go! Go!)“- Schriftzüge auf. Ich freute mich unheimlich und vermutete den Veranstalter dahinter, jedoch warteten oben am Gipfel ein Vater und seine kleine Tochter, die das Rennen ebenfalls online mitverfolgt hatten und mich sehen und anfeuern wollten.

 

Tag 4 – Irisches Wetter

Ausgeschlafen und in bester Stimmung ging’s auf die letzten 1000 Kilometer. Das Wetter war gewohnt irisch: Es erwischte mich mehrmals so, dass das Wasser in den Schuhen stand, aber man durfte sich nicht irritieren lassen, denn die Sonne konnte jeweils schon nach 5 Minuten wieder scheinen und dann wirkte die Straße, als hätte sie noch keinen Tropfen Regen gesehen. Der Wind fegte einem um die Ohren, schob einen unfassbar an oder bremste einen richtig fies aus. Mich konnte er jedenfalls nicht aufhalten. Teilweise singend fuhr ich die herrlichen Schleifen auf Achill-Island ab, bis in die Gegend um Sligo, wo ich an einer Kirche mein Nachtlager auf einem fein geschnittenen Rasen für 2 Stunden ordentlichen Schlaf aufschlug.

 

Tag 5 – Finale mit allen Facetten

560 km standen noch bevor, doch es fühlte sich an, als wäre ich gleich da. Der Maßstab hatte sich in den letzten Tagen gänzlich verschoben. Ich startete in der völligen Dunkelheit gegen 2 Uhr nachts. Mit Anbruch der Dämmerung gegen 4 Uhr führte mich die Route zwischen dramatischen Felswänden hinauf in ein Hochtal. Hier oben in Glenif gibt es nichts als Schafe, einige Ruinen und wunderbare Aussicht. Die Einsamkeit war faszinierend. Herrlicher hätte der Tag nicht beginnen können. Was sich allerdings hier schon andeutete: Später würde es gewaltig stürmen!

In Donegal traf ich die Entscheidung, die alternative Route zu wählen, die zunächst ins Landesinnere führte, 500 hm mehr aufwies, aber keine Fährfahrt beinhaltete. Die Fähre wäre zu meiner vorhergesehenen Ankunftszeit in der Nacht nicht gefahren und so hätte ich dort mehrere Stunden warten müssen, aber mein Plan sah keine weitere Pause vor. Vielmehr trieb es mich an, das Rennen in unter 5 Tagen zu beenden. Ich hatte mir ausgerechnet, dass ich es mit einem 22-er Schnitt und 1h Pausenzeit in der Summe schaffen würde.

Bei noch 300 zu fahrenden Kilometern holte mich meine Müdigkeit ein. Unzählige Cola und Kaffee ließen mich weiterfahren, aber einen wirklichen Push hatte ich dem Aufreger um meinen Tracker zu verdanken. Nach längerer Zeit ohne Empfang war mein Handy plötzlich voller Nachrichten, dass mein Tracker hängen würde und ob ich eigentlich überhaupt noch auf der richtigen Route wäre. Über die Route war ich mir sicher und die Problematik mit den nicht mehr weiter zählenden Kilometern des Trackers konnte durch ein Telefonat mit Adrian geklärt werden. Nachdem ich meine Zuschauer zuhause beruhigt hatte, war ich wieder hellwach. Wie schön, dass so viele Menschen meine Fahrt durch Irland verfolgten! 

Euphorisiert ließ ich es noch einmal richtig krachen, bis 120 km vor dem Ziel der Wind zu meinem Endgegner wurde! Der Sturm blies mir frontal ins Gesicht. Es war inzwischen dunkel und ich nicht mehr klar im Denken. Ich kämpfte mit meinem Kopf, der meinte, er würde sich an der Küste der Türkei befinden und gleichzeitig wusste ich aber, dass ich in Irland war. Dieses Durcheinander war nicht leicht aufzuklären, während ich mit 240 Watt meinem kleinen Lichtkegel hinterherjagte, versuchte, nicht vom Rad geblasen zu werden und dabei nur 18 km/h auf den Tacho bekam. Die Stimmung sank und mein Ziel geriet plötzlich doch außer Reichweite. 

Bei Regen fuhr ich im Morgengrauen nach Derry ein und konnte über die verpasste 5 Tage-Marke bereits lachen, denn ich empfand einen unglaublichen Stolz, wie ich diese knapp 2500 km durchgezogen hatte und was ich auf dieser Reise alles erlebt hatte. Denn trotz allem war es immer noch ein neuer Streckenrekord!

 

Einsame Fahrt durch Irland?

Dank der zwei Routen, die gleichzeitig in Cork starteten, traf ich häufig auf Teilnehmer der kürzeren „Setanta“ Strecke. Während ich häufig landschaftlich traumhafte Schleifen entlang der Küste absolvierte, durften sie eine Abkürzung nehmen und so holte ich an einem Tag die gleichen Fahrer mehrmals ein. Es gab immer einen kleinen Austausch, man fuhr ein paar Meter nebeneinander und überlegte, wann man sich wohl das nächste Mal wiedersehen würden. Das Ziel erreichten so einige Teilnehmer der „Setanta“ Strecke in ähnlicher Zeit, jedoch hatten sie 750 km weniger zurückgelegt. 

 

Einiges gelernt

Danke, Adrian O`Sullivan! Dank seiner Regelung, dass innerhalb von 24 Stunden 3 Stunden am Stück gestoppt werden müssen, mit Ausnahme von 2 Nächten, die jedoch nicht hintereinander liegen dürfen, habe ich verstanden, wie viel mehr Leistung und Freude im weiteren Verlauf eines Rennens mir ein wenig Schlaf gibt. Von 15 Stunden, in denen ich verteilt auf 4 Nächte Schlafstopps einlegte, kam ich in der Summe auf 10,5 h Schlaf. Die letzte Nacht fuhr ich durch. Des Weiteren kam ich zu der klaren Erkenntnis, dass der Schlaf in einem richtigen Bett qualitativ deutlich besser ist, als der in einem Biwaksack unter freiem Himmel.

 

Ist der Plan aufgegangen?

Mein Rad war ein Traum! 35 mm Rennradreifen waren die perfekte Wahl und meine Aero-Auflieger in Kombination mit dem schnellen Avona Callis waren selbst durch den irischen Wind nicht zu stoppen. Danke an dieser Stelle für die Beratung von Hardys!

Mein Biwaksack im Zusammenspiel mit dem Schlafsack war super, die halbe Isomatte funktionierte auf Rasen sehr gut, auf Beton jedoch fehlte die zweite Hälfte als Isolation im Beinbereich. Mein Trinkrucksack war ein perfektes Kissen.

Was ich nicht mehr mitnehmen würde, wären Überschuhe. Es gab viel Feuchtigkeit, aber da die Temperaturen immer über 12 Grad lagen, hatte ich keinen Grund, sie anzuziehen. Die paar Gramm an unnötigem Gepäck konnte ich aber gut verkraften.

Meine knapp 5 kg Gels waren ein Traum.  Das würde ich sofort wieder so machen. Ansonsten war die Verpflegung in Irland sehr unkompliziert, da es viele Supermärkte und Tankstellen entlang der Strecke gab. Einzig die langen Schließzeiten von meist 20 Uhr bis 8 Uhr galt es zu beachten.

 

Der Respekt-Finger

„Seid darauf gefasst, dass die Autofahrer euch den Finger geben!“ Nach diesem Hinweis war mir spontan keine so freundliche Geste in den Sinn gekommen, jedoch folgte die Aufklärung umgehend. Den Finger zu geben, bedeutet in Irland das Anheben des Zeigefingers am Lenkrad. Mit dieser Geste zollt der Autofahrer dem Radfahrer seinen Respekt. Eine wunderbare Sache, die viele schöne kleine Begegnungen mit sich brachte.

Generell kann ich sagen, dass Irland ein Land zum Wohlfühlen ist. Wer Abgelegenheit, fantastische Natur, Ruhe und Freundlichkeit sucht, ist in diesem Land genau richtig. Ich hatte eine wunderbare Zeit und werde das Land der Schafe nicht zum letzten Mal besucht haben.

Gruß Ben

Hegelstraße 7
72663 Großbettlingen
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