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#BENSBLOG - Ausblick 2026 – Bekanntes neu erleben!

Im Moment fühlt es sich an wie ein früher Morgen in den Bergen: Ein leichter Wolkenschleier liegt noch über den Gipfeln, die im Licht der aufgehenden Sonne bald zu strahlen beginnen. Meine Pläne für das kommende Jahr stehen, in meinem Kopf schwirren Gedanken an neue Abenteuer – und ich kann es kaum erwarten, bis sich der letzte Schleier verzieht und ich wieder an einer Startlinie stehe.

Nach einem so großartigen Jahr war es jedoch gar nicht so einfach, neue Herausforderungen zu finden, die mich wirklich reizen. Mit dem Rennen durch Irland hatte ich mir einen großen Traum erfüllt, und es brauchte etwas Außergewöhnliches, um erneut die gleiche Vorfreude und den gleichen Enthusiasmus für Training, Planung und Gedankenspiele zu entfachen.

Inzwischen bin ich mir sicher, genau diese Höhepunkte gefunden zu haben. Heute nehme ich euch mit in meine Pläne für 2026 und in meine Überlegungen, was gerade diese Rennen für mich so reizvoll macht.

Unknown Race (Spanien)

Für das erste Rennen des Jahres, das „Unknown“, geht es Ende März nach Reus in Spanien. Ich hoffe auf ein paar Sonnenstrahlen, aber vor allem freue ich mich auf ein Rennen mit völlig neuem Charakter. Die Strecke ist unbekannt. Die einzigen Informationen, die man zur Verfügung hat, sind eine Gesamtstrecke von ca. 1000 km und 16.000 hm, sowie die Tatsache, dass es einige Checkpoints abzufahren gilt. Die genaue Anzahl ist nicht bekannt.

Der Ablauf ist ebenso simpel wie herausfordernd: Kurz vor dem Start wird der erste Checkpoint bekannt gegeben. Dann heißt es Handy raus, Koordinaten eingeben und in kürzester Zeit eine möglichst clevere Route planen. Am ersten Checkpoint folgen die Koordinaten des nächsten – und so weiter. Vorbereitung im klassischen Sinne gibt es nicht, Improvisation, Flexibilität und Gelassenheit sind gefragt.

Für mich hat dieses Format fast etwas Spielerisches. Alle Teilnehmenden sind unterwegs, aber jeder auf seiner eigenen Route. Während am Start vor allem die Nervosität den klaren Kopf fordert, kommen später ganz andere Faktoren hinzu: Kälte oder Regen, die das Tippen auf dem Handy erschweren, Dunkelheit und Müdigkeit, die kleine Umwege beinahe unvermeidlich machen. Neben einem funktionierenden Körper und Geist ist man stark von der Technik abhängig – und die kann einem jederzeit einen Strich durch die Rechnung machen. Schnelle Beine allein reichen hier nicht, es braucht Anpassungsfähigkeit, ein wenig (Spiel-)Glück und einen kühlen Kopf.

Ende März bin ich vor zwei Jahren bereits beim Catalunya Trail gestartet – und dort war nicht nur der Kopf kühl. Dank meines Minimalismus überquerte ich die spanischen Berge um Mitternacht auf rund 2000 Metern Höhe, mit Schnee am Wegesrand und nur durch eine Windjacke geschützt. Ein sehr erfrischendes Erlebnis. Ob ein Buff und leichte Handschuhe zusätzlich dieses Mal wohl ausreichen werden? Natürlich lerne ich dazu – aber zu viel Ausrüstung darf es dann auch wieder nicht sein 🙂

Ob mir das Konzept von „Unknown“ am Ende wirklich gefallen wird, kann ich schwer einschätzen. Aber es reizt mich definitiv, Ultrarennen auf eine neue Art und Weise zu bestreiten.

TransBalkanRace (Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Montenegro)

Genau zwei Monate später startet in Triest mein größtes Abenteuer, das „TransBalkanRace“. Ich freue mich sehr darauf und fürchte mich gleichermaßen vor der Herausforderung! 2022 war es das erste Ultrarennen, das ich bestritten habe, und die ersten Erinnerungen, die mir in den Sinn kommen, sind Schmerz, Leiden, Qual, Folgebeschwerden und absolut unwegsame Strecken. Die zweiten Gedanken widmen sich dann den nie wieder so erlebten Gefühlen im Ziel: Stolz, Zufriedenheit, Überwältigung (siehe Bild - es entstand im Moment der Ankunft)! Ich spreche immer wieder von den ereignisreichsten Tagen meines Lebens! 

Denke ich noch weiter über diese Tage nach, dann fallen mir die Veranstalter und ihre unterstützenden Eltern ein, die mit Warmherzigkeit ein Wohlfühlen bei widrigsten Bedingungen schufen. Beim Schreiben holen mich Bilder und Erinnerungen der Strecke ein, als sei es gestern gewesen. Völlige (!) Abgeschiedenheit in Bosnien und Montenegro, wo die grausamen Herdenhunde und die liebevolle Gastfreundschaft der Menschen ganz eng beieinanderliegen, und natürlich die Szenerie, als ein Bär nur wenige Meter von mir entfernt meinen Weg kreuzte. Warum kann ich diese Erinnerungen nicht für mich so stehen lassen und meine, mir dieses Rennen erneut zumuten zu müssen?

Das „TransBalkanRace“ war für mich der Einstieg in diese Art von Abenteuern. Ich habe damals viele kleine Fehler gemacht, die ich mit meiner Erfahrung von heute vermeiden kann. Es ist mein Wunsch, diese Landschaft, die Menschen und die Strecke genießen zu können, so dass im Rückblick meine ersten Gedanken nicht den körperlichen Qualen gelten, sondern den unzähligen schönen Erlebnissen. Wie ich das Rennen angehe und im Vergleich zur letzten Teilnahme meine Herangehensweise verändere, davon werde ich im Mai, kurz vor dem Start, berichten.

Mother North (Norwegen)

Sollte ich - wie erhofft - in einem besseren körperlichen Zustand aus dem Balkan zurückkehren als beim letzten Mal, dann steht einem wunderbaren Rennen durch Norwegen nichts im Weg. Mit Start und Ziel in Lillehammer wird das „Mother North“ mit einer Länge von 1100 km und 18.000 hm das bis dahin planbarste Event des Jahres. Die Strecke ist vorgegeben, ich fahre in einem wunderschönen und sicheren Land ohne Tiere, vor denen es sich zu fürchten gilt. Die Tage werden lang sein, was bedeutet, dass ich durch die Nachtfahrten nicht viel von der schönen Landschaft verpassen werde. Ich liebe den Gedanken, wie ich auf meinem Avona-Callis im Auflieger über die Pisten Norwegens brettere und die vorbeifliegende Landschaft in mir aufsauge.

In Norwegen habe ich während meines Studiums ein halbes Jahr in Alta, hoch im Norden, gelebt und habe seitdem kein anderes Land kennengelernt, in dem die Menschen so naturverbunden leben. Dieser Lebensstil wird in Norwegen „Friluftsliv“ genannt und bedeutet „Freiluftleben“. Man verbringt das ganze Jahr über Zeit im Freien – unabhängig vom Wetter. Mit einer solchen – spürbaren - Philosophie ist dieses Land wie gemacht für ein Ultrarennen. 

Ich freue mich sehr auf die kleine Heimkehr nach Skandinavien und verspreche mir eine landschaftlich sensationelle Strecke, die vor Farben, Naturschauspielen und Spiegelbildern in den Seen nur so strotzen wird.

Dead Ends and Dolci (Schweiz, Tessin)

Im Vergleich zu den vorangegangenen Events wird die Jagd nach Süßem im Tessin ein Sprintrennen. Mit 500 km und ca. 9000 hm wird das Pendant zu „Dead Ends and Cake“ voraussichtlich der wunderbare Schlusspunkt einer langen Saison. Die Route ist hier nicht vorgegeben, jedoch sind die Checkpoints im Vergleich zum „Unknown“ bekannt, sodass ich mir vor dem Start meine ideale Route in Ruhe planen kann.“ Dead Ends and Dolci“ gilt als ein wenig ruppiger und anspruchsvoller im Vergleich zur Kuchenjagd. Hinzu kommt, dass Anfang Oktober die Nächte schon ziemlich frisch werden dürften. Die Wahl dieses Rennens fiel hauptsächlich aufgrund der wunderbaren Erfahrungen mit dem Veranstalter Dominik Burgstaller, der es immer schafft, einen großartigen Rahmen für seine Events zu kreieren – nun eben im wunderschönen Tessin.

Süßer Nachschlag?

Sollte ich immer noch nicht genug haben, dann würde sich mit dem „Sugar-Gravel“ im Raum Stuttgart noch eine letzte Hatz durch meine Region bieten. Es wäre sicherlich ein fantastisches Wochenende, und ich würde mir wünschen, meine Heimat auf diese Weise zu erleben, jedoch kann ich das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Zum einen vergehen noch sehr viele Wochen bis dahin, und zum anderen findet das Rennen im Tessin nur eine Woche zuvor statt. Ob ich mir diesen süßen Nachschlag noch hole, wird also spontan entschieden. Die Verlockung von 500 Kilometern in der eigenen Heimat und einem sympathischen Veranstalter ist jedenfalls groß. Der Name „Sugar“ ergibt sich übrigens aus Stuttgart – wenn man die Stadt ohne „t“ liest 😉

Gewohnter Rückhalt

Technisch verlasse ich mich wie gewohnt auf das Hardys-Team. Besser könnte ich es mir nicht wünschen. Ich würde sagen, dass wir dem optimalen Set-up meines Avona-Callis bereits sehr nahe sind. Vom Perfekten möchte ich bewusst nicht sprechen – denn letztes Jahr habe ich gelernt, dass Hardys selbst bei einem vermeintlich optimalen Rad immer noch kleine, feine Optimierungen findet, die am Ende einen großen Unterschied machen.

Ich beschäftige mich viel mit Fahrrädern und der Optimierung meines Set-ups – und dennoch ist die Expertise der Jungs von Hardys etwas ganz Besonderes.

Mein Jahr hat passend mit einer herrlichen Fahrt auf den Mont Ventoux begonnen. Auf dass die bevorstehenden Gipfel in 2026 ebenso schöne Erinnerungen bieten werden.

Vor „Unknown“ melde ich mich wieder und lasse euch an meinen Plänen, Material und Gedanken teilhaben.

Bis dann! 

Gruß Ben

Hegelstraße 7
72663 Großbettlingen
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