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#BENSBLOG DEAD ENDS & DOLCI

Mit dem Dead Ends & Dolci steht ein Rennen bevor, auf das ich mich riesig freue. Ein toller Veranstalter, eine traumhafte Gegend und dazu dieses Wetter, bei dem Radfahren einfach unglaublich viel Spaß macht. Es ist nicht zu heiß, meistens trocken und die Sonne zeigt sich regelmäßig. Viel besser könnten die Voraussetzungen für die 500 Kilometer und 9000 Höhenmeter kaum sein. Am kommenden Freitag fällt im Tessin der Startschuss und heute nehme ich euch mit in meine letzten Vorbereitungen für das Rennen.

Was mich erwartet

Start und Ziel liegen in der Nähe von Bellinzona. In der Nacht vor dem Rennen gibt es für die Teilnehmer die Möglichkeit, direkt am Start das Zelt aufzuschlagen. Dieses Angebot werde ich nutzen. So kann ich am Freitagmorgen entspannt aus dem Zelt kriechen und habe nach dem Rennen keinen weiten Weg bis zu meinem Bett. Das könnte nach der Rückkehr ziemlich wichtig werden.

Das Dead Ends & Dolci ist ein Unsupported-Rennen. Jeder Teilnehmer muss sich unterwegs selbst versorgen, seine Probleme selbst lösen und vor allem seine eigene Route finden. Insgesamt gilt es fünf Checkpoints anzufahren. Sowohl die Reihenfolge als auch die Strecke zwischen den einzelnen Punkten sind frei wählbar. Genau das macht die Vorbereitung so spannend: Welche Reihenfolge ist am schnellsten, wo lassen sich Höhenmeter sparen und welche vermeintliche Abkürzung endet vielleicht doch mit dem Fahrrad auf der Schulter? Ich habe inzwischen meinen Plan gemacht und bin ziemlich zufrieden damit. Ob ich das nach einigen hundert Kilometern immer noch so ist, wird sich zeigen.

Seriensieger mit Heimvorteil

Einer, der diese Fragen vermutlich etwas leichter beantworten kann, ist Guido Toscanelli. Er hat die vergangenen drei Austragungen gewonnen, kommt aus der Region und kennt die Wege und Gegebenheiten entsprechend gut. Gerade bei einem Rennen, bei dem die Routenwahl eine so große Rolle spielt, ist das natürlich ein deutlicher Erfahrungsvorsprung. Während ich mir zu Hause am Computer den Kopf darüber zerbreche, ob eine kleine Straße tatsächlich befahrbar ist, dürfte Guido bei vielen Wegen ziemlich genau wissen, was ihn dort erwartet. Ich bin gespannt, wie unterschiedlich unsere Routen am Ende ausfallen und ob ich ihn herausfordern kann.

Fünf Sackgassen im Tessin

Die fünf Checkpoints hat Veranstalter Dominik Bokstaller so über das Tessin verteilt, dass jeder seinen ganz eigenen Reiz hat. Es wartet der Checkpoint Adula mit dem Aussichtspunkt Garzott. Bevor ich dort meinen Stempel bekomme, muss ich am Aussichtspunkt eine Münze einsammeln. Mit über 2.000 Metern liegt hier gleichzeitig der höchste Punkt des Rennens. Anfang Oktober kann es dort oben schon recht frisch werden, bei gutem Wetter dürfte die Aussicht dafür umso beeindruckender sein. Deutlich mediterraner wird es auf dem Weg zum Malcantone Checkpoint, der herrlich zwischen dem Lago Maggiore und dem Luganer See liegt. Genau dieser Wechsel macht das Tessin für mich so besonders. Eben fährt man noch mit Blick auf Palmen und Seen und wenig später geht es wieder steil hinauf in die Berge.

Ähnlich schön dürfte es auf dem Weg zur Alpe di Brünesc werden. Sie liegt am Ende des Maggiatals und damit in einer Gegend, auf die ich mich landschaftlich ganz besonders freue. Bei der Alpe de Palazi dürfte der Blick auf die Umgebung dagegen zeitweise etwas in den Hintergrund rücken. Für den Weg hinauf gibt es verschiedene Möglichkeiten, aber alle scheinen eines gemeinsam zu haben: Irgendwann muss das Fahrrad geschoben oder getragen werden. Ich bin gespannt, ob meine geplante Variante tatsächlich so schlau ist, wie sie momentan am Computer aussieht. Erfahrungsgemäß können ein paar unscheinbare Millimeter auf der Karte real ziemlich viel Schieben, Tragen und Fluchen bedeuten.

Für den letzten der fünf Checkpoints geht es sogar kurz über die Grenze. Prabello liegt als einziger Checkpoint in Italien und soll auf den letzten Metern noch einmal richtig ruppig werden. Da der Checkpoint bekanntlich eine Sackgasse ist, blühen mir die ruppigen Meter gleich zweimal. Insgesamt wartet eine spannende Mischung aus hohen Bergen, tiefen Tälern, Seen, Alpen und Wegen auf mich, bei der ich unterwegs herausfinden werde, ob meine Routenplanung wirklich so gut war, wie ich momentan noch glaube.

Beim Material wird gezockt

Beim Material möchte ich dieses Mal ans absolute Limit gehen. Mein Ziel ist es, komplett ohne Taschen am Fahrrad und ohne Trinkrucksack zu starten. Alles, was ich für das gesamte Rennen benötige, muss entweder im Fahrradrahmen oder in meinen Trikottaschen verschwinden. Das Unterrohr meines Avona Callis bietet zum Glück erstaunlich viel Stauraum. Dort finden mein komplettes Reparaturmaterial, das Erste-Hilfe-Set und eine Ersatzstirnlampe Platz. In die Trikottaschen kommen die Ersatzkleidung und alle Gels, die ich für das Rennen dabeihaben möchte. Den Akku für das Licht befestige ich direkt am Rahmen und der Tracker wird auf dem Oberrohr befestigt.

Von diesem Minimalismus verspreche ich mir vor allem viel Fahrspaß und weniger Standzeiten. Ohne Rucksack kann ich während der Fahrt problemlos eine Jacke anziehen oder wieder verstauen und muss dafür nicht jedes Mal anhalten. Mein Wasservorrat ist ebenfalls ziemlich knapp bemessen. Zwei Liter werde ich maximal transportieren können. Im Tessin gibt es allerdings viele Brunnen, sodass das hoffentlich kein Problem darstellen wird. Über Mittag kann es Anfang Oktober noch einmal ordentlich warm werden, während ich in den frühen Morgenstunden, am Abend und in der Nacht deutlich weniger Wasser benötigen werde. Ob sich dieser Minimalismus am Ende wirklich auszahlt? Ich bin gespannt.

Mein Avona Callis wird wieder mein zuverlässiger und hoffentlich schneller Begleiter sein. Die Aeroauflieger sind montiert und bei den Reifen habe ich mich für die Schwalbe G-One RS Pro in 35 Millimetern entschieden. Bei Hardys wurden auch unkonventionellere Lösungen diskutiert, doch letztlich blieb es beim Bewährten. Besonders viel Komfort werden mir die schmalen Gravelreifen auf den ruppigen Abschnitten vermutlich nicht bieten. Dafür sind sie auf Asphalt richtig schnell und bieten gleichzeitig genügend Pannensicherheit für die schlechteren Wege.

Beim Licht bleibt alles beim Alten. Vorne kommt wieder meine Lupine Neo zum Einsatz und hinten übernimmt das Cateye. Akkukapazität habe ich für ungefähr zehn Stunden Dunkelheit dabei. 

Nicht nur für mich eine Herausforderung

Auch für euch zu Hause wird das Verfolgen dieses Mal nicht ganz einfach. FollowMyChallenge sortiert die Teilnehmer im Tracking nach den bereits erreichten Checkpoints und nicht nach gefahrenen Kilometern oder Höhenmetern. Ein Fahrer kann also bereits 200 Kilometer und zwei Checkpoints hinter sich haben, während ein anderer erst 120 Kilometer gefahren ist, dafür aber schon drei Checkpoints erreicht hat. Im Tracking wird dann zunächst der Fahrer mit den drei Checkpoints weiter vorne angezeigt. Wo ich im Vergleich zu den anderen tatsächlich liege, werde deshalb vermutlich auch ich unterwegs nur schwer einschätzen können. Vielleicht ist das aber gar nicht schlecht. So kann ich mich ganz auf meine eigene Fahrt konzentrieren.

Die Vorfreude steigt

Je näher der Freitag kommt, desto größer wird meine Vorfreude. Die Berge des Tessins, der Lago Maggiore, der Luganer See, die Alpen und die fünf Checkpoints versprechen ein großartiges Abenteuer. 

Am Freitag um 6 Uhr fällt im Tessin der Startschuss. Wer mich begleiten möchte, findet mich im Live-Tracking von FollowMyChallenge mit der Startnummer #54. Ich freue mich über jeden, der mitfiebert.

Ciao Ben

Hegelstraße 7
72663 Großbettlingen
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