


TransAtlanticWay wird genau die Art von Rennen, weshalb ich mich ursprünglich für den Ultrasport begeistert habe. Ich reise in ein Land, das ich nicht kenne, komme in Kontakt mit einer neuen Kultur und ihren Menschen, habe an meinem Rad das Nötigte zum Reisen dabei und verbinde das Ganze mit einem sportlichen Anreiz.
Am Donnerstag, den 12. Juni um 5 Uhr Ortszeit wird sich das Starterfeld auf den Weg von Cork in Irland nach Derry in Nordirland machen. Knapp 2500 km und 25.000 hm führt die Route entlang der Westküste auf meist geteerten Straßen und kürzeren Schotterabschnitten. Der Organisator lässt keine Sehenswürdigkeit aus und führt meine Route „Cu Culhainn“, die längste der vier möglichen Routen, entlang der gesamten Küste.
Herausforderungen
Noch nie bin ich ein solch langes Rennen gefahren. Ich rechne grob mit 6 Tagen und fünf Nächten - was auch für mich verrückt klingt. 6 Tage am Stück in der Natur, dem wilden und feuchten Klima der irischen Küste ausgesetzt zu sein und dabei noch fast 2500 km auf dem Rad zurückzulegen?! Ich kann es mir zwar noch nicht vorstellen, aber ich freue mich darauf. Auch wenn nicht alles nach Plan laufen sollte - der Erlebnisfaktor wird hoch sein!
Eine Besonderheit dieses Rennens ist die folgende Schlafregel: Man muss innerhalb von 24 Stunden einmal für 3 Stunden am Stück stoppen. 2 Nächte darf man durchfahren, jedoch dürfen diese Nächste nicht hintereinander liegen. Mit den Kräften gut hauszuhalten wird entscheidend sein und so habe ich für meine Verhältnisse das Luxus-Set-Up im Gepäck in Form einer halben Isomatte, einem Schlafsack, sowie einem Biwaksack.
Eine weitere Herausforderung bietet die Westküste durch die Öffnungszeiten von Supermärkten und Tankstellen: Ab 19 Uhr bis am nächsten Morgen um 9 sind sie geschlossen. Deshalb schleppe ich 4,7 Kilogramm an Gels in meinen Taschen mit, um mich nie leerzufahren und immer ausreichend versorgt zu sein.
Das angesprochene Wetter in Irland wird spannend werden. Die Wetterberichte verändern sich nahezu stündlich. Um dem zu erwartenden Regen zu trotzen, habe ich immerhin Überschuhe, eine kleine Regenjacke sowie dünne Handschuhe im Gepäck. Nachts setze ich auf eine Trockenphase oder ansonsten auf eine geschlossene Tankstelle, unter deren Dach ich es mir gemütlich machen werde.
Die Streckenlänge, das Wetter und die Temperaturen sind Faktoren, die es mir in der Vorbereitung sehr schwer gemacht haben. Packe ich ein kleines Zelt ein und bin – wie eben beim Bikepacking – komplett frei oder spare ich lieber an Gewicht und ziehe nur mit einem Biwaksack los? Letztlich habe ich mich nach wochenlangem Hin und Her auf einen Kompromiss festgelegt und hoffe damit, die 3 Stunden bestmöglich zu schlafen und auf dem Fahrrad und vor allem an den Anstiegen nicht allzu sehr mit meinem Zusatzgewicht kämpfen zu müssen.
Die Route beinhaltet einige Schnörkel, so dass ich an manchen Stellen zweimal vorbeikommen werde, manche Abschnitte doppelt fahre und dabei manche Zusatzschleifen rechts und manche links herum fahre. Ich fürchte mich ein wenig davor, wenn ich im Verlauf des Rennens müde werde und mir die Orientierung schwerer fallen wird. Aus anderen Rennen kenne ich dieses verwirrende Gefühl und hoffe durch bestimmte Punkte, die ich mir eingeprägt habe, immer den Durchblick zu haben.
Meine Ausrüstung
Ich zähle wieder auf mein Avona Callis Gravelbike. Dieses schnelle Rad, gepaart mit Aero-Extensions und 35mm breiten Conti Grand Prix 5000 AS Tubeless Reifen wird es gut mit den reinen Rennrädern aufnehmen können. Der Vorteil ist mit Sicherheit die bequeme Sitzposition und die breiten Reifen werden neben Komfort auch Sicherheit abseits der geteerten Straßen bieten.
Mein Gepäck wird im Tailfin AeroPack transportiert. Der Carbon Gepäckträger mitsamt Tasche ist zu 100 % wasserdicht, unkompliziert zum Be- und Endladen und entwickelt bei der Fahrt keine störende Eigendynamik. Zusätzlich habe ist eine lange Oberrohrtasche montiert, in der ich neben dem Akku für Licht und Fahrradcomputer ausschließlich Gels transportieren werden. Auf dem Rücken trage ich die Evoc Hydro Pro Weste mit einer Trinkblase von 1,5 Liter. Sie ist neben der Trinkblase geschickt für die Organisation von Geld, Handy, Sonnencreme (die ich hoffentlich brauchen werde) und anderen Kleinigkeiten.
Für Licht und Fahrradcomputer habe ich zwei große Akkus mit 10 Ah bzw. 13,8 Ah dabei. Ich hoffe, dass mir diese Energie reichen wird.
| Isomatte | Klymit Inertia X Lite |
| Biwaksack | Sol Escape Light |
| Schlafsack | Sea To Summit Spark SPIII |
| Beleuchtung | Lupine Neo + 10.0 Ah & 13,8 Ah SmartCore Akku |
| Fahrradtaschen | Tailfin Carbon AeroPack und Long Top Tube Bag |
| Trinkrucksack | Evoc Hydro Pro 1,5l |
| Rahmen | Avona Callis |
| Laufräder | Dt Swiss GRC 1100 |
| Schaltgruppe | Sram Red XPLR AXS 1x13 |
Vorhaben
Ziel ist es wieder, so selten wie möglich anhalten zu müssen, die 3 Stunden Schlaf gut zu nutzen, lachend auf dem Rad zu sitzen und ein wenig von der herrlichen Natur Irlands mitzubekommen Wer das raue Klima nicht scheut und Lust hat mich zu verfolgen, findet das Rennen unter:
https://trackleaders.com/transatlantic25
Gruß Ben






