


HARDYS goes Gravel Worlds! Nachdem wir schon von den UCI Gravel-Qualirennen in Aachen und Singen berichtet haben, gibt es heute einen kleinen Einblick in die UCI Gravel Weltmeisterschaft in Leuven Belgien! Anfang Oktober wurde diese über 182 km von Halle nach Leuven ausgetragen und mit am Start war wieder Luka, zwar nicht im Hardys Trikot, aber immerhin in der Hardys Hose! Trikot musste nämlich ein Nationalmannschafts-Design getragen werden. Materialtechnisch war aber alles beim Alten, Luka auf seinem ARC8 Eero mit Campagnolo Ekar 40 / 9-42, Aerycs 50mm Gravel LRS mit Schwalbe G-One R und RS in 45mm, dazu eine frisch gewachste Kette und Abfahrt! Die Sticker sind erst seit dem Sommer drauf für alle die sie nicht gesehen haben, hier das Bike.

Was soll man sagen, in Belgien der Hochburg des Radsports, war ein gutes Event zu erwarten. Samstags ging es für alle Frauen auf die Strecke, alle Age Groups und auch die Elite Frauen, dort war bereits einiges an der Strecke los und erst recht auf den Zielrunden in Leuven. Nach einem hart umkämpften Rennen wurde das Finale zwischen Voss (NL) und Kopecky (BEL) entschieden, was für eine mega Stimmung sorgt, auch wenn Voss am Ende im Sprint gewinnen konnte.
Sonntags war es dann an der Zeit für die Männer-Elite und fast alle Age Groups. In der größten Age Groupe 19–34 Jahre, mit ca. 530 Starter, war Luka am Start. Über 182 km mit ca. 1700 hm ging es auf wirklich abwechslungsreichen Gravel, Wald, Kopfsteinpflaster und einige Straßenpassagen von Halle nach Leuven. Bis zur ersten Zielpassage in Leuven hatte man ca. 90 km absolviert, was Halbzeit bedeutete. An diesem Punkt war ich allerdings schon ordentlich durch!!!
Von 300 in die Top100! Mit einem Start um Platz 300, konnte ich mich auf den ersten 75 km bis unter die ersten 100 Fahrer vorfahren, was allerdings ordentlich Körner gekostet hatte. Bevor es Richtung Ziel ging, hat mich eine kleine Bergkombination von zwei ca. 1,2 km langen Anstiegen aus der Gruppe geworfen und mir von jetzt auf gleich den Stecker gezogen… und diesen dann richtig!
Mentales Battle bis zur Linie! Bei der lang ersehnten ersten (von drei) Zieldurchfahrt bei km 90, war ich so durch, dass es ein mentales Battle war an meinem Verpfleger vorbeizufahren, um die weitere 90 km anzugreifen. Zum Glück holte mich eine Gruppe ein, in der bekannte Gesichter waren. Diese konnte ich zwar nicht halten aber ein Kumpel wartete und begleitete mich ca. 5 km, danach ließ er mich aber stehen, da ich einfach zu langsam unterwegs war. Dies sorgte aber dafür, dass ich aus der Stadt draußen war und die 43 km Runde zu Ende fahren musste, um wieder Richtung Ziel und Auto zu kommen. Dies tat ich auch…
Alles hat mal ein Ende! Nahe dem Ziel kam eine gemixte Gruppe aus verschiedensten Age Groups oder konnte ich mich festbeißen, und aus irgendeinem Grund kamen die Beine wieder etwas zurück, lange nicht so wie am Anfang und auch lange nicht so gut wie ich es gewohnt bin auf diese Renndauer, aber immerhin wurde das Gefühl, mit Eingang in die letzte Runde, etwas positiver! Auch Antritt nach den Kurven gingen wieder besser und ich konnte mich wieder einige Gruppen vorarbeiten und nochmals einige Plätze gut machen. Auf den ersten 70 km hatte ich noch einen 34,5Km/h Schnitt, auf den 60 km danach nur noch 29,5 km/h, auf den letzten 50 km dann immerhin wieder 32,6 km/h, dort sind also deutliche Unterschiede zu sehen! Genauso in den Watt die ich fahren konnte. Kurz zusammengefasst: 1: 60km - 34,5kmh mit 260 Watt und einem 157bpm Herzfrequenz! Die 2. langsamen: 50km - 29,5 kmh mit 183 Watt und 135bpm! Die 3 Passage und finalen: 50km - 32,6 mit 205 Watt und 140 bpm.
Hier ist der Trend auf jeden Fall gut erkennbar und nicht nur ein Gefühl, das ich im Rennen hatte.
Stimmung und Atmosphäre waren Mega! Abseits meiner Performance war das Rennen aber super cool, wir waren gleichzeitig mit den Profis auf der Strecke und so waren überall, an jedem Anstieg und jeder besonderen Stelle, extrem viele Fans! Jung bis Alt, mit Schildern für Flaschen, Fahnen oder Sprüchen schrien sie uns über jedes Hindernis. Besonders auffällig war die 2. Zieldurchfahrt, dort waren die Profis bereits durch und auf ihrer letzte Runde, was bedeutete, dass sie nach 43 km wieder dort zum Zieleinlauf auftauchen werden. Dementsprechend füllt sich der Zielbereich extrem und die ca. 700 m lange Zielgrade war, als wir in unsere letzte Runde einbogen bereits überfüllt und extrem Laut!
Diese Durchfahrt war wohl die lauteste und motivierenste in meiner Karriere. Klar waren die Leute nicht wegen uns dort, aber das hielt sie nicht ab uns extrem laut anzufeuern, auf die Banden zu hauen und zu klatschen um uns so auf die letzte Runde zuschicken. Alleine dafür hatten sich meinen „Leiden“ ausgezahlt, obwohl ich an diesem Punkt wieder etwas positiver gestimmt war, muss ich sagen war dies eine mega Gefühl und wurde einer Weltmeisterschaft mehr als gerecht.
Das Beste kommt zum Schluss! Als Jahresabschluss bei bestem Wetter, auf einer abwechslungsreichen Strecke, mit Massen an Zuschauern auch Belgien fetzen war genau das Richtige! Auch wenn meine Vorbereitung und das Rennen nicht optimal waren, würde ich es (fast) genau so wieder tun und kann es jedem empfehlen, wenn ihr euch qualifizieren könnt dann GO FOR IT! Ich werde es 2025 auch wieder versuchen, also sehen wir uns dort!
Bis dahin heißt es Spaß am Radfahren haben und dran bleiben.
Bis dann, Luka








