


Micha war dieses Jahr beim Granguanche auf den kanarischen Inseln am Start.
Granguanche ist ein unsupported race über die kanarischen Inseln. Die Eckdaten sind ca. 600km und ca. 14000hm. Wie bei allen solchen Rennen ist Hilfe von außen nicht erlaubt und man muss sich komplett selbst versorgen.
Ob man allerdings die ganze Distanz an einem Stück fährt oder zwischendrin Pausen macht, irgendwo übernachtet, etc. bleibt jedem Teilnehmer selbst überlassen.
Die großen Herausforderungen sind aber in jedem Fall die Fährverbindungen zwischen den Inseln, die man entsprechend dann planen und buchen muss. Und da die Fähren manchmal abends nicht allzu lang fahren, kann es sein das man dann auch über Nacht am Hafen festsitzt.
Mein Setup für das GG sah wie folgt aus:
3T Ultra Gravelbike mit Campa Ekar 1x13 Schaltgruppe, 42 Zähne vorne und hinten 10-48. Einzig die Reifen habe ich von Gravel Reifen auf breite Straßen Reifen gewechselt. Hier entschied ich mich für die Pirelli P-Zero Race in 40-622, tubeless.
Ansonsten hatte ich von Cyclite die Taschen am 3T.
Cyclite Roll Bag: Schlafsack, T-Shirt und U-Hose, Zahnbürste + Zahnpasta
Cyclite Frame Bag groß: Isomatte, Daunenjacke, Regenjacke, Armlinge, Knielinge, Kreditkarte + Perso und im kleinen Staufach alle Ladekabel, Taschentücher und ganz wichtig den Tracker!
Cyclite Top Tube Bag klein: Großer Akku von Lupine, Riegel und Gels von Sponser.
Am 3T noch eine Toolbox mit allen Werkzeugen und Schläuchen, eine 1L Trinkflasche, den Garmin Edge 1030, sowie die Lupine SL Lampe vorne und ein Sigma Blaze Rücklicht.
So wog mein Rad leider 18 Kilo.
Der Start war auf Lanzarote, in Orzola. Nach etwas Stress mit logistischen Hindernissen, Radkoffer unterbringen, privates Gepäck versorgen, irgendwie zum Briefing kommen und dann auch zum 50km entfernten Startort zu kommen, ging es dann um 8 Uhr los und wir konnten in Gruppen in den Sonnenaufgang starten.
Mein Plan war es am ersten Tag Lanzarote und Fuerteventura zu schaffen. Das bedeutet 110km/1700hm auf Lanzarote von Orzola bis Playa Blanca. Dann die 13 Uhr Fähre nach Fuerteventura und dort von Corraljo nach Morro Jable, auch nochmal 135km/2150hm. Somit 245km/3850hm. Übernachten dann in Morro Jable am Hafen!
Ich kannte die Inseln teilweise schon von früheren Besuchen und redete mir ein, dass es so schlimm nicht werden würde…
Aber eigentlich kann man ja an den Höhenmetern erkennen, leicht ist es nicht.
So kam es dann auch. Meine gebuchte Fähre um 13 Uhr von Lanzarote nach Fuertventura verpasste ich ganz knapp um ein paar Minuten. Die nächste Fähre um 13Uhr30 war überbucht und es kostete sehr viel Überredungskunst dass die Fährgesellschaft mich doch noch mitnahm.
Auf Fuerteventura angekommen, konnte ich es dann etwas entspannter angehen. Ich musste ja „nur“ noch bis Morro Jable fahren, also über die ganze Insel, aber eigentlich war es egal ob ich um 18 Uhr oder 22 Uhr ankam.
Die nächste Fähre von Fuerteventura nach Gran Canaria ging eh erst morgens um 6 Uhr und dauerte 2h.
Somit genießte ich die Wärme und Landschaften der Kanaren beim Fahren über die Dörfer der Insel.
Am nächsten Morgen stellte ich dann auch fest dass es mir leider auf den Fähren bei hohem Wellengang sehr schlecht wird.
So kam ich dann sehr gebeutelt in Las Palmas an und musste mich erstmal sortieren und kurz durchatmen.
Gran Canaria wurde dann von Las Palmas über Telde, Tejera nach Agaete durchquert. Und mit 115km und 3200hm entsprechend bergig. Aber wunderschön. Für mich tatsächlich die schönste kanarische Insel.
Die letzte Fähre verpasste ich mal wieder knapp, so dass eine Nacht in Agaete notwendig war.
Sicherlich aber eine verdiente Pause um dann gleich morgens von Agaete nach Santa Cruz mit der Fähre zu fahren.
Nun war es soweit. Der höchste Berg Spaniens stand an. Von Santa Cruz nach Los Christianos über den Teide. 145km und über 4000hm. Das war auf jeden Fall für mich die anstrengendste Insel. Auch nach Überwinden des Anstieges war es immer noch schwer auf dem ewig gehenden Hochplateau über 2000 Meter Höhe ca. 50km zu fahren.
Aber ich kam direkt in den Sonnenuntergang und das waren wirklich schöne Momente die ich da vor der Abfahrt nach Villaflor erleben durfte.
So, nun noch eine Nacht in Villaflor, morgens früh schnell die letzten Kilometer zum Hafen und ab nach La Gomera, die letzte Insel.
La Gomera ist quasi nur bergig und sehr mühsam. Aber anstelle von vielen kleinen Anstiegen waren es „nur“ 3 Lange Anstiege.
100km/3100hm von San Sebastian nach San Sebastian. Zum ersten Mal also eine Runde.
La Gomera ist schön, auch schön grün, aber auch sehr, sehr windig.
Die letzte Abfahrt dann nach San Sebastian war gelinde gesagt durch den extremen Wind fast nicht fahrbar und dadurch extrem gefährlich. Später im Verlauf des Rennens wurde die Abfahrt sogar durch eine Alternativroute ersetzt.
Aber auch die Abfahrt habe ich überstanden und war nun endlich überglücklich im Ziel oder besser gesagt am Ende meines Abenteuers.
Alles in allem ist Granguanche ein richtig tolles Abenteuer und jedem zu empfehlen der mal alle kanarischen Inseln in relativ kurzer aber auf eindrucksvolle Art, sehen möchte.
Vielen Dank an Matteo, Daniela und Ventura die das Event organisieren und an Jaik, mit dem ich die meiste Zeit gefahren und verbracht habe. Jaik hat zum Glück auch ein paar Fotos gemacht.
Falls ihr Fragen zu Granguanche habt, kommt vorbei im HARDYS und fragt. Gerne können wir hier Tipps zum Material, etc. geben.
Viele Grüße
Micha vom HARDYS










