


WIE MAN EIN UCI GRAVEL RENNEN NICHT ANGEHT!
Nachdem Luka bei seinem ersten UCI Gravel Rennen am Wörthersee, auf einem mega starken 5. Platz gelandet ist hatte er hohe Ansprüche für sein 2. UCI Gravel Rennen Anfang Juli in Singen. Bereits im Vorjahr konnte er dort mit Platz 18 eine gute Platzierung einfahren. Letztes Jahr war es aber auch schon ein hartes Stück Arbeit auf dem anspruchsvollen und bergigen Kurs, wie es dieses Jahr lief erzählt er euch selber.
Auf dem Plan für Singen standen 104 km mit 2100 hm, genau wir letztes Jahr! Es gab auch keine Streckenänderung, ich wusste also genau was auf mich zukommt und fühlte mich gut vorbereitet, da die letzten Straßen rennen in der Regina alle gut gelaufen sind. Deswegen stand ich motiviert an der Startlinie, mit 200 weiteren Starter meiner Age group.
Auf die Plätze, Fertig, Los!
Nach ca. 3 km ging es in die erste Kombination aus Anstiegen, zuerst 4min steil und auf oben raus auf Gravel, dann eine kurze Erholung 1min auf Asphalt und nochmal 5min Stufenartig einen Feldweg hoch, dort hatte sich bereits letztes Jahr die Führungsgruppe mit dem späteren Sieger abgesetzt, deswegen wollte ich dort in guter Position reinfahren und mich vorne behaupten. Ihr denkt sicher, ganz schön früh für ein 100 km Rennen, an sich ja, aber auf diesem Kurs ist kaum ein Meter flach ist entscheidet es sich dann doch oft früh, da sich starke Fahrer aus dem nervösen Feld raushalten wollen, und dann oft früh schonmal eine Sortierung wollen.
10min mit 390 Watt war ich in der ersten Gruppe!
Diese aus nur 7–8 Fahrern Bestrand. Nach weiter 15min musste ich diese aber ziehen lassen, da das Tempo an den nächsten Anstiegen immer noch super hoch war. Ich habe bergauf dann ca. 350 Watt als Pace genommen und mich zwischen den vielen Bergen davon erholen zu können. So landet ich in der 2. Gruppe, der Verfolgergruppe, dort war das Tempo aber immer noch so hoch das meine 350 Watt oft nicht reichten, die Gruppe fuhr mir in die Anstiege rein oft zu schnell kam aber nie entscheidet weg, Sodas ich über die Kuppen und in den Abfahrten immer wieder den Anschluss herstellte! Das ging so fast die gesamte 1. Runde so, kurz vor dem Ziel aber war es dann so weit, nach einer Steilen kurzen Welle ging es vorne in der Gruppe heiß her und ich konnte den Anschluss nicht wieder herstellen, zack Gruppe 2 auch weg.
Erstmal übers Ziel retten!
Kurz danach kamen 2 weitere Fahrer von hinten, bei denen ich wieder Windschatten finden konnte. Über die Ziellinie nach 55 km fuhr als 14. Fahrer direkt am Hinterrad von Platz 12 & 13, eine sehr schnelle erste Runde, diese hatte aber schon ordentlich Spuren hinterlassen, wie ich am ersten Anstieg der 2. Runde feststellen musste. Die beiden Fahrer haben auf den „entspannten“ 3 km der 2. Runde ordentlich drauf gedrückt und im Vergleich zu mir brauchten sie keine Erholung für die kommenden Anstiege. Dies führte dazu das ich die beiden ziehen lassen musste und die beiden plötzlich weg waren, genauso plötzlich wie meine guten Beine weg waren!
2h 4Watt pro KG Körpergewicht und Ciao.
Viele meiner Rennen die Wochen Fahrer waren ca. 2h und das hatte sich der Körper gemerkt, als ich nach 2h weiter drauf drücken wollte, ging trotz guter Verpflegung, nur noch wenig. Zwei Anstiege direkt vor mir brauchte der Körper etwas Erholung, so musste in an einem steilen Anstieg die nächste Gruppe auch noch wegfahren lassen, diese war ca. Platz 15–35, meine Gruppe des letzten Jahres quasi! Daraufhin hatte ich zu den schweren Beinen auch noch ein kleines Motivationsproblem, da ich mir ja mehr vorgenommen hatte als im Vorjahr, platzierungstechnisch war das nun aber nicht mehr möglich….
Weitermachen was sonst?!
Ich hatte solche Löcher natürlich schon erlebt, und wusste es geht rum, moralisch ist es aber natürlich immer ein Kampf mit sich selbst, grade, wenn man stark gestartet ist und dann aber deutlich rausnehmen muss, auch weil es „nicht mehr geht“. Über 20min langsamer bestritt ich die 2. Runde des Rennens, die Leistung gingen deutlich runter und genau so sollte man ein Rennen eigentlich nicht pacen! Eine konstante Leistung und vielleicht sogar eine kleine Reserve fürs Finale wären der Idealfall, aber manchmal muss man sich eben dem Renngeschehen anpassen, für mich auf diesem Bergigen und harten Kurs, wäre eine Konstante pace wohl die bessere Lösung gewesen, trotzdem war es geil die ersten 15 km ganz vorne und die erste Runde mit den stärksten Fahrern zu bestreiten!
Komme ich nächstes Jahr wieder?!
Ich versuche es vielleicht noch ein drittes Mal in Singen und dann mit einem konstanten pacing Plan, den nach dieser Austragung bin ich mir ganz sicher, viele Bergfahrer haben mitbekommen, dass es für sie eine super Möglichkeit ist auf einem schönen, harten, aber nicht zu anspruchsvollen Kurs ein WM-Ticket zu lösen. Ich würde das Rennen allen Empfehlen die eine Belastung, ähnlich zu einen Mountainbike Marathon suchen, und natürlich bergfest sind, denn es ist kein Kurs auf dem man sich verstecken und sparren kann!
Platz 44 in 3h 50min
Für mich war es am Ende mit Platz 44 einer der letzten Spots mit WM-Quali, dies war für mich aber nebensächlich, da ich diese bereits in Österreich geholt hatte. Die Form war da und Spaß hat es gemacht, auf der ersten Runde sicher mehr als auf der Zweiten, trotzdem bin ich nicht unzufrieden, mit derselben Zeit wie im Vorjahr reichte es dieses Jahr eben nur zu dieser Platzierung, auch andere Durchschnittswerte, wie die Leistung waren trotz allem sehr Ähnlich. Und hey schöne Bilder gab es auf jeden Fall, schaut mal in die Galerie weiter unten!
Bis zum nächsten Event, wir sehen uns!














