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HARDYS: GRAVEL WORLD CHAMPIONSHIPS 2025 - RACE REPORT

Heute geht es um die Gravel WM 2025, ausgetragen in der Region Limburg. Mit dabei Luka auf seinem Avona vom Hardys! Nach erfolgreiche Qualifikation mit Platz 5 am Wörthersee, zu Beginn der Saison mit Platz dieses Jahres und einem weiteren Top10 Ergebnis in Halmstad Schweden, stand Luka ambitioniert der WM gegenüber. Das Ziel war klar, eine bessere Platzierung als im Vorjahr bei seiner ersten Teilnahme, also in die Top200 einfahren! Dort lief die Vorbereitung eher schlecht, doch dieses Jahr standen alles Zeichen auf Grün! Gute Ergebnisse in den Quali-Rennen, keine Stürze oder Krankheit im Vorfeld, super abgestimmtes Bikesetup, dazu später mehr, und auch sonst alles Top. Wie die WM ablief, erfahrt ihr hier:

WM IST NUR EINMAL IM JAHR

Vorbereitung lief also, wie erwähnt gut, mit einigen intensiven Straßenrennen in den Wochen davor war der Körper schnelle und harte Antritte und Belastungsspitzen gewöhnt! Den letzten Feinschliff lieferten ein paar langen Einheiten ca. 1.1/2 Wochen, 5h mit 2600hm und nochmal 6h, knapp 150km, lieferten die finale Basis für das schnelle 180km lange WM Rennen!

Vorher kurz zum Bike, wie bereits die „ganze“ Saison sieht das Setup wie folgt aus:

Avona Callis Gr. M in Carbon Black mit special Hardys Stickern 😛

Sram Red E1 Schalthebel und Bremsen, Sram Transmission XX SL Schaltwerk mit 10-52z Kassette.

Sram Force Powermeter Kurbel in 160mm, mit 48z Aerokettenblatt.

ZIPP 303 XPLR S Laufräder mit Goodyear Vector 40mm Slicks, wurde beides neu montiert und gebremst wird das ganze Geschoss mit 2x160mm Sram Bremsscheiben.

Warum Slicks? Bereits am Wörthersee hatte sich ein 40mm Slick als richtige Wahl herausgestellt, mit extrem niedrigem Rollwiderstand, hervorragender Aerodynamik und brutalem Kurvenspeed auf Asphalt. Nachteil zu einem klassischen Gravel Semi Slick wie dem Schalke G-One RS z.B. keine Seitenstollen, die extra Kurvenhalt geben und besonders in spontanen Situation mehr Grip zum Reagieren geben. Doch der Kurs war so schnell, der Untergrund meist glatt & trocken und dadurch die Geschwindigkeiten so hoch, dass es für mich die logische Wahl war auf Slicks zu fahren. Im Profifeld hat man ebenfalls einige Slicks gesehen, oft aber in Kombination mit einem Vorderreifen mit mehr Profil wie z.B. bei Mariane Voss die Vittoria Corsa Pro 42mm auf dem HR und einen Vittoria Terreno T70 auf dem Vorderrad.

ZUM RENNEN SELBST:

Material und Vorbereitung geklärt also ab zum Rennen. Nach dem Kurs check am Freitag und nochmal am Samstag, ging es um 11:45Uhr los mit den Profis und 5min später für mich in der AG 19-34! Dort waren deutlich über 600 Starter qualifiziert und gemeldet, als wir 2h vor Start ankommen standen davon auch bereits 50% in der Startbox. Also galt es auch für uns hinstellen 2h warten, um nicht noch weiter hinten zu stehen. Der Veranstalter hatte sich aber einige Verbesserungen überlegt, um die extrem hektische Startphase zu entzerren. Dieses Jahr gab es eine Priobox, dort standen ca. 50 Fahrer, die in einem Quali-Rennen einen Podestplatz eingefahren hatten, zudem ging es erstmal 5km auf Asphalt mit einem kleinen Anstieg, damit sich das Feld etwas nach Stärke vorsortieren kann, das hat auch recht gut funktioniert.

Nach 5km in den Top100, das war das Ziel und es gelang mir gut! Mit einfahrt in den ersten Gravel Sektor bei km5 war ich bereits auf dem ca. 80 Platz, doch dort ging das Chaos erst richtig los! Bei jeder Kurve und jeder Engstelle entstand ein Rückstau und man musste extrem Bremsen und dann auch wieder beschleunigen, so war es extrem hart weitere Positionen gutzumachen. Nach den ersten welligen 15km war ich dann auch schon ordentlich vorbelastet und schaffte es kaum Positionen gutzumachen. Warum das so war, war aber nach jeder Kurvenkombination sichtbar den, obwohl ich recht weit vorne war teilte sich die Spitze mit jedem harten Antritt nach einer Kurvenkombination oder Engstelle, immer wieder in mehreren Gruppen und diese Löcher mussten dann wieder zugefahren werden. Ich konnte mich weiter gut halten und auch etwas erholen nach der intensiven Startphase. Bis kurz vor Ende der ersten Runde war ich weiter in den Top80.

Doch dann passiert mir ein Fehler, in der letzten Gravelabfahrt hatte ich eine kleine 10m Sicherheitslücke zu meinem Vordermann, als ich diese innerhalb der letzten Linkskurve zugerollt bin, war ich am Kurvenausgang plötzlich neben seinem Hinterrad und er zog ohne Handzeichen schlagartig nach links, erwischte so mein Vorderrad und holte mich so vom Rad. Ich konnte noch etwas abbremsen und ausklicken, kam aber nicht zum Stehen, sondern viel auf meine linke Seite. Extrem ärgerlich und unnötig, dass der Kollege danach auf der rechten Seite weiter fuhr und vermutlich unabsichtlich so weit nach links in mein Vorderrad drückt wurde. Ich stand sofort wieder und packte mein Rad, sprang drauf und merkte sofort der Hebel und auch Lenker etwas schräg waren. Also wieder runter vom Rad an den Streckenrand und beides mir etwas kraft wieder grade drehen. Dabei schossen viele Fahrer an mir vorbei aber was muss das muss und mit schrägem Lenker fährt es sich doch etwas blöd mit 130km to go.

Als ich bereit war, sprang ich erneut aufs Rad und hängte mich an die Gruppe, die ich grade vorbeilassen musste. Dort konnte ich mich schnell vorarbeiten und innerhalb der 2. Runde nochmals mehrere Gruppen vorspringen, die Beine waren weiterhin gut und mental war ich trotz des blöden Sturzes weiter gut gestimmt und hatte Spaß. Gegen Ende er 2. Runde zog ich meine Gruppe einen Anstieg hoch, um mich weiter vorzuarbeiten, doch oben an der Kuppe war ich alleine also. Nahm ich ein paar Tritte raus und rollte Richtung letzter Abfahrt der 2. Runde. Plötzlich hörte ich „Luka kommt mit“ und zwei Fahrer überholten mich, sie hatten in die Abfahrt zu mir aufgeschlossen und kamen mit etwas mehr Schwung von hinten an mir vorbei. Also beschleunigte ich wieder und schoss die Garvelabfahrt runter, schnell kam ich näher und konnte trotz meiner Slick-reifen das Loch schnell zufahren. Mit dem Sog des Windschattens kam ich dann wirklich schnell hinterher, als ich Bremen wollte um nicht aufzufahren, ließ es einen lauten Schlag, ich hatte eine Kante nicht sehen können und hatte diese blöd erwischt, so schlimm, dass es tatsächlich bis auf die Felge durchgeschalgen hat. 100m später kam eine scharfe Rechtskurve und ich merkt das etwas nicht stimmt, beim Antritt war es dann ganz klar, Durchgeschlagen und Reifen kaputt, und zwar so das Tubeless nichts machen konnte.

SHIIIIIIIIT WIE UNNÖTIG!

Dachte ich mir nur, da ich völlig entspannt unterwegs war und einfach Spaß hatte, kam mir diese 2. Zwangspause garnicht recht. Bis ich zum Stehen kam, war kein bisschen Druck mehr im Vorderreifen, also musste eich erstmal etwas Luft Nachpumpen, um das Loch zu finden. Es war ein ca. 1,5cm langer Riss also packte ich meine Tubeless Tire Plugs aus und bohrte einen davon ins Loch, leichter gesagt als getan mit reparieren und dann wieder aufpumpen stand ich gute 7min. Da war mir dann auch final klar, dass es schwierig wird mit der Verbesserung meiner Platzierung aus dem Vorjahr. Aber so ist es beim Offraod racing manchmal, der Kurs super schnell, der Untergrund abwechslungsreich und OK, die Slicks sicher nicht die sicherste Bank in Sachen Pannenschutz, aber das Risiko war mir klar.

LETZTE RUNDE UND FINALE

Nach 112km, ca. 12km nach Beginn der letzten ganzen Runde, standen 2 unserer Betreuer dort wechselte ich dann noch schnell das Vorderrad, es waren ja noch knapp 70km und nochmals anhalten wollte ih nicht, also war das die sicherere Option. Daher kommt das auf den Fotos zu sehenden Setup mit unterschiedlichen Laufrädern, jetzt kennt ihr die Story dazu. 😀

Die nächsten 60km liefen dann problemlos, ich hatte mich gut verpflegt und die Beine waren immer noch gut, so konnte ich immer wieder von Gruppe zu Gruppe vorspringen, einmal hing ich alleine ca. 5km hinter einer Gruppe bei der sich 8 niederländischen Fahrer in der Führung abwechselten, dieses 30s Loch zufahren hat dann doch etwas kraft gekostet aber auch dort hielt ich mich nicht zu lange auf. Mit der Ausfahrt aus dem Rundkurs bei km165 ging es nochmal einen echt steilen Anstieg hoch, dort zerlegte es nochmal jede Gruppe, auf den letzten 10km zum Ziel konnte ich weitere Fahrer einsammeln und zu einer etwas größeren Gruppe aufschließen. Dort fuhr ein älterer deutscher Fahrer lange vorne und ich beschloss ihm nochmal etwas Windschatten zu geben auf den letzten 3km. Diese waren extrem breit aber komplett auf Schotter, es war eine Gravelautobahn direkt zum Ziel in Maastricht.

180KM, 1900HM, 5:27H, 250 WATT UND 33,7 KM/H!

Das waren die Stats zum gesamten Rennen, dabei landete ich auf Platz 319, also irgendwo im Mittelfeld meiner Altersklasse. Das an dem Tag mehr drin gewesen ist zeigt die Fahrzeit mit 5h17min landet ca. bei Platz 130, aber so läuft das nicht! Mit der Leistung war ich aber zufrieden auch die ersten 3h mit knapp 265 Watt Schnitt waren ordentlich, nach dem Plattfuß habe ich es dann aber ruhiger angehen lassen, obwohl ich dort auch nochmals 12min 290 Watt gefahren bin, um eine Gruppe vorzuspringen und das nach 4:28h. Das zeigt mir das an dem Tag und ich der Vorbereitung einiges richtig lief, ich aber durch einen unnötigen Sturz und einen blöden Plattfuß ausgebremst wurde. Deshalb versuchen wir es nächstes Jahr einfach nochmal, das wäre dann aber in Australien, das ist evtl. alles etwas anders! Erstmal heißt es ja sowieso Qualifizieren! 😀

Mit dem Ziel direkt Maastricht haben sich die Veranstalter wieder viel Aufwand gemacht, letztes Jahr war deutlich mehr los im Zielbereich, da man dort mehrfach vorbeigefahren ist! Dafür war dieses Jahr überall auf der Strecke wieder super Stimmung und mit Trommeln, Trompeten, Musikanlagen, Mikrophonen, Bengalos und lauten Rufen hat nichts gefehlt. Zusammenfasst hartes und langes Renne mit einem schnellen Kurs und super Stimmung! Dazu hatten wir ein spaßiges Wochenende mit coolen Leuten und hatten am auch einen 16 Platz, sowie 3 weitere Finnischer der Gravel WM zu feiern. An der Stelle beste Grüße 😀

Bis zum nächsten Event!

Cheers Luka 

Hegelstraße 7
72663 Großbettlingen
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