


Am 1. Mai werde ich bei „The Traka“ am Start stehen. „The Traka“ ist das größte Gravelbike-Rennen Europas, das auch das Herzstück der europäischen Gravel-Szene genannt wird. Mit insgesamt 4000 Teilnehmern aus 70 Nationen, die sich in vier verschiedenen Distanzen messen und seinem spektakulären Startort, dem spanischen Girona, ist alles für ein unvergessliches Erlebnis vorbereitet.
Die Strecke
Mit 560 Kilometern und 10.000 Höhenmetern fahre ich die längst mögliche Variante. Die sogenannte „The Traka Adventure“-Route führt durch Küstenregionen Kataloniens, Gebirgspässe der Pyrenäen und abgelegene Flusstäler. 56 % unbefestigte und 44 % asphaltierte Wege versprechen Abwechslung und eine schöne Mischung aus Herausforderung und Genuss.
Nach dem Start um 6 Uhr führen die ersten Kilometer direkt auf die Berge zu. Mit dem Sonnenaufgang heißt es also die kleinen Gänge einzulegen und schöne, geschotterte Gebirgssträßchen zu erklimmen. Bei Kilometer 137 hat man mit 2050 m den höchsten Punkt der Route erreicht und nach 250 Kilometern sind zwei Drittel der Höhenmeter geschafft. Nach insgesamt 6 großen Pässen werde ich voraussichtlich mit dem Sonnenuntergang das Sägezahn ähnliche Profil verlassen. Von nun an ist es nur noch welliges Terrain. Die „letzten“ 310 km schlängeln sich häufig der Küste entlang und werden sich zwischen Meereshöhe und maximal 400m bewegen. Einige Passagen der Strecke entlang des Mittelmeers kenne ich vom CatalunyiaTrail 2023. Die Erinnerungen sind wunderschön.
Das Salz in der Suppe
Neben der Strecke verspricht auch der Blick auf die Startliste eine gewisse Würze. Radsportfans dürften Namen wie David Millar, Jaun Antonio Flecha oder Laurens Ten Dam von der Tour de France bekannt sein. Des Weiteren freue ich mich auf die beiden Sieger meiner Badlandsrennen 2022 und 2024: Breuer und Martinez. Auch McCormack und Bartholomös werden am Ende vorne zu finden sein. Sehr gespannt bin ich auf Pawel Pulawski, den tollen Veranstalter des RaceTroughPoland, der sich auch schon bei großen Ultrarennen in die Siegerlisten einschreiben durfte.
Meine Ausrüstung
Mein Plan sieht kaum Standzeit vor. Essen habe ich im Gepäck und zu trinken habe ich 3,5 Liter dabei: zwei Flaschen am Rad und 1,5 Liter in meiner Trinkweste. Das wird sehr wenige Stopps nötig machen. Da die Berge am Tag bei Sonnenschein absolviert werden, brauche ich nichts zum Anziehen und für die Nacht habe ich eine Windweste und ein Paar Handschuhe dabei. Ich bin bereit, ein paar Momente Gänsehaut hinzunehmen, hoffe aber, dass sie sich im Rahmen halten. Bisher bin ich mit kurzen Leidensmomenten und weniger Gepäck „sehr gut gefahren“.
Den Weg weisen wird mir der Garmin Solar 1040 und ausleuchten die Lupine Neo Lampe. Den Lampenkopf konnte ich durch eine spezielle Befestigung direkt vor dem Steuerrohr platzieren, was einen perfekten Leuchtwinkel ergibt und weniger Luftverwirbelung erzeugt.
Das Zentrale meiner Ausrüstung ist mein Avona Callis Gravelbike mit der Sram Red XPLR 1x13 Gruppe und Laufrädern von DT Swiss. Auch wenn der Name noch nicht allzu verbreitet ist, wird es nicht lange dauern, bis die Fachwelt auf dieses schnelle Rad aufmerksam wird. Ein gutes Ergebnis bei „The Traka“ würde sicherlich helfen ;-).
Bislang setzte ich immer auf einen Reifen mit mehr Profil, dem Schwalbe G- One R, nun habe mich entschlossen mit dem RS in 45 mm Breite und tubeless an den Start gehen. Weniger Grip, doch dafür geringerer Widerstand, sollte mir auf die gesamte Strecke mehr Vorteile bieten, da das Wetter voraussichtlich mitspielen und der Untergrund trocken sein wird.
Mein gesamtes Werkzeug findet Platz in meinem Unterrohr. Dank zweier Stofftaschen lässt sich das Unterrohr durch das geniale Staufach komplett nutzen. Ich verzichte auf ein komplettes Multitool und habe die eventuell benötigten Inbusschlüssel einzeln dabei.
Bei Badlands saß ich mitten in der Nacht am Wegesrand und kämpfte mit der Verpackung einer Knopfbatterie, die ich dringend für meinen Schalthebel benötigte. Aus Fehlern wird man klug! Meine Batteriepackungen haben nun alle schon eine kleine Öffnung für den Notfall.
Tag der Arbeit oder Feiertag?
Ich hoffe schwer, dass mein 1. Mai ein Feiertag wird. Ich fahre nach Spanien, um Spaß zu haben, mich auf dem Rad auszutoben und durch traumhafte Landschaften zu graveln. Die Aussicht auf ein relativ kurzes Rennen bietet mir die Möglichkeit schon am Start die Handbremse zu lösen und von meiner gewohnten Strategie, nie in den roten Bereich zu fahren, abzuweichen. Dass sich allerdings ein wenig Arbeit nicht vermeiden lässt, ist bei den Streckendaten zu erahnen ;-).
Wer Lust hat mein Rennen zu verfolgen findet mich am 1. Mai ab 6 Uhr unter www.tracktherace.com und der Startnummer 15 „bei der Arbeit“.
Gruß Ben





