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Jahresrückblick Teil 2: Avona Callis - der perfekte Begleiter

Im letzten Blog habe ich beschrieben, wie vielfältig, abwechslungsreich und erfolgreich mein Jahr verlaufen ist. Meine Abenteuer stellten dabei nicht nur mich vor neue Herausforderungen, sondern auch mein Gravelbike. Man könnte meinen, dass man für ein solches Jahr mehrere Räder braucht – doch tatsächlich reicht ein einziges, sofern man das richtige hat.

Der heutige Blog ist als Ergänzung zum vorherigen zu verstehen. Lag dort der Fokus auf dem Erlebten, geht es in diesem Blog um das Material, das all meine Abenteuer klaglos mitgemacht hat.

Anfang des Jahres schrieb ich bereits, dass sich das Avona Callis sofort wie das passende Rad angefühlt hatte. Kein langes Einstellen, kein Nachjustieren – das Callis war von Anfang an genau das richtige. Ich fühlte mich sofort wohl und die Rahmengestaltung passte perfekt zu mir. Wie sich das Callis allerdings in Rennen und echten Abenteuern schlagen würde, musste sich erst noch zeigen.

Das Callis auf seinem Spezialterrain

Wenn man ein Rennen suchen würde, für das dieses Gravelbike gebaut ist, dann wäre es „The Traka“. Leicht, steif, aerodynamisch – und trotzdem mit einer Reifenfreiheit, die bis zu 50 mm zulässt. Genau das, was man braucht, um spielerisch auf losem Untergrund fahren zu können.

Meine Wahl fiel auf den Schwalbe RS Reifen: wenig Profil, aber viel Grip in den Kurven. Für dieses Rennen wurden ansonsten nur noch Aero-Auflieger montiert, um in der zweiten Rennhälfte auf den schnellen, flachen Passagen noch mehr herausholen zu können. Ansonsten: nichts. Kein Umbau, kein Kompromiss.

Mit Platz 3 hat das Callis absolut abgeliefert und nicht ohne Grund schon am Start die anerkennenden Blicke und Kommentare von Ex-Radprofi Juan Antonio Flecha geerntet.

Auch auf der Straße eine Waffe

Für das „Transatlantic Way“ mit seinen rund 2.500 Kilometern quer durch Irland lag der Fokus vor allem auf den Reifen. 35 mm Continental Grand Prix AS in Kombination mit der ausgeklügelten Aerodynamik des Rahmens machten das Rad zur absoluten Rakete.

Um in der aerodynamischsten Position schalten zu können, ohne umzugreifen, wurde das Rad um sogenannte Blips erweitert. Schalten im Liegen – direkt aus den Aero-Extensions heraus. Eine Idee von Hardys, entstanden aus meinen Erfahrungen bei „The Traka“. Ein geniales Upgrade für ein Rad, das eigentlich schon perfekt war.

Die Mitstreiter auf reinen Rennrädern hatten keinerlei Vorteile – im Gegenteil. Auf Dauer sorgte deren Geometrie eher für Rückenschmerzen. Wenn man auf der Straße einen Vorsprung von über einem Tag herausfährt, darf man ganz klar sagen: Das Callis funktioniert auch hier. Und wie.

Richtig Offroad? Kein Thema.

Beim Rennen über die Alpen lag mein Bauchgefühl richtig: Kleine Gänge würden entscheidend sein. Steile Anstiege, dazu bekannte Mountainbike-Passagen wie der Tremalzo – das verlangte nach MTB-Übersetzung und etwas mehr Komfort.

Hardys tauschte das 42er- gegen ein 36er-Kettenblatt mit dem Ergebnis, dass ich nahezu alles fahren konnte. Die Reifenwahl fiel auf den 50 mm Schwalbe R mit ordentlich Profil und gefahren mit wenig Luftdruck – maximaler Grip und spürbar mehr Komfort in ruppigen Abschnitten.

Die Aero-Auflieger wurden demontiert, um jedes überflüssige Gramm zu sparen, denn flache Abschnitte gab es hier nicht.

Wie schon nach „The Traka“ und Irland wurde auch hier gemeinsam analysiert: Was war perfekt? Kann etwas optimiert werden? Die letzten rund 50 Stunden an der Westküste Irlands konnte ich nur noch in den Aufliegern oder im Stehen fahren – mein Hintern hatte mir deutlich zu verstehen gegeben, dass er von diesem Abenteuer genug hatte. Micha brachte daraufhin die Idee des One2One-Sattels ins Spiel: ein 3D-gedruckter Sattel, exakt auf mein Gesäß angepasst. Im Ziel von „The Alps“ wurde ich nach Sitzproblemen gefragt und erst da fiel mir auf, dass ich mir nicht einen Gedanken um meinen Hintern gemacht hatte. Perfekt!

Auf dem Podium standen neben mir ausschließlich Fahrer mit Mountainbikes. Ein schöner Beweis dafür, dass ein Avona Callis mit den richtigen Anpassungen mehr als nur ein Kompromiss und selbst auf MTB-lastigen Strecken konkurrenzfähig ist.

Das Callis kann Bikepacking

Zelt, Isomatte, Schlafsack und alles, was man für zehn Tage unterwegs braucht, muss erst einmal am Rad Platz finden. Die geradlinige Rahmenform und das große Rahmendreieck des Callis machen genau das problemlos möglich.

Trotz vielem Gepäck bleibt das Fahrverhalten nahezu unbeeinträchtigt. Neidische Blicke anderer Bikepacker sind keine Seltenheit, wenn man bergauf wie bergab locker vorbeizieht oder das voll bepackte Rad einhändig die Treppe vor dem Supermarkt hochträgt. Nicht selten wiegt mein Avona mit Gepäck so viel wie andere Tourenräder ohne Taschen. Was das für den Fahrspaß bedeutet, muss ich wohl nicht erklären.

In Georgien kam als Reisereifen der 50 mm G-One R zum Einsatz. Ohne einen Defekt hielt er allen Herausforderungen stand. Der perfekte Reifen, um entspannt auf der Straße Kilometer zu machen oder schwierige Passabfahrten im Gelände zu meistern.

Never change a running system

Vermutlich blitzt meine Begeisterung zwischen den Zeilen bereits durch und falls der Funke übergesprungen ist: zu Recht! Ich kann das Rad uneingeschränkt empfehlen, bin wunschlos glücklich und werde im kommenden Jahr erneut mit einem baugleichen Avona Callis an den Start gehen. Einzig die Optik wird sich ändern. Denn wenn ich eines gelernt habe, dann das:
Selbst bei einem scheinbar perfekten Rad ist immer noch ein kleines Upgrade möglich – und sei es am Ende nur die Lackierung.

Jetzt ist mein Jahresrückblick für mich komplett. Ich wünsche euch schöne Feiertage – und vielleicht findet sich ja unter dem einen oder anderen Weihnachtsbaum ein Avona Gravelbike.
Ich würde mich mit euch freuen.

Gruß
Ben

 

Hegelstraße 7
72663 Großbettlingen
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