zurück zur Übersicht
hardys
RACE THROUGH POLAND MIT BEN

Heute nehme ich euch mit in meine Vorbereitungen auf ein Rennen durch die Länder Polen, Slowakei, Ungarn und Tschechien. Was macht dieses Rennen für mich interessant? Wie sieht meine Planung aus? Welche Gedanken stecken hinter meiner Ausrüstung für dieses Abenteuer? Der zweite Teil des heutigen Blogs soll dann eher den Lesern weiterhelfen, die ein solches Rennen auch reizt oder die sich schon bei einem ähnlichen Event angemeldet haben.

Die Rahmenbedingungen:

RaceThroughPoland hat insgesamt 6 vorgegebene Sektoren, die es zu absolvieren gilt. Einen Startsektor, 4 Checkpoints und einen Finishparcour. Die Abschnitte sind 50 - 100km lang und beinhalten meist heftige Steigungen mit über 20 Prozent, sowie Schotterabschnitte. Zwischen diesen Pflichtsektoren ist es jedem Fahrer freigestellt, seine Strecke zu wählen. Teilweise liegen die Checkpoints 300 - 400 km auseinander, so dass meine Route ca.1450 km und ca. 20.000 hm beinhaltet. Die Checkpoints müssen in der vorgegebenen Reihenfolge absolviert werden und große Straßen sind verboten. Es ist ein Rennen ohne jegliche Unterstützung von außen. Schlaf und Verpflegung müssen selbst organisiert und geplant werden.

Was mich reizt:

Für mich ist das RaceThroughPoland ein Mix aus "Dead Ends and Cake" und meiner Non- Stop Tour nach Schweden. Vorgegebene Checkpoints und dazwischen eine frei wählbare Strecke - das hat mir schon bei der Kuchenjagd in der Schweiz super gefallen. Dazu kommt die Komponente der langen Distanz mit einem großem Anteil an asphaltierten Straßen, die meiner Schwedenerfahrung entspricht. Beides waren unvergessliche Erlebnisse und darum bin ich mir sicher, dass dieses Rennen durch vier - noch - unbekannte Länder mir bestens gefallen wird.

Ziel:

Ich bin einfach super gespannt darauf, wie schnell ich es schaffe, diese Strecke zurückzulegen und wie ich mit den sicherlich aufkommenden Schwierigkeiten umgehen werde. Es wird Gehpassagen auf schmalen Wanderwegen geben, Anstiege von bis zu 24 Prozent auf Schotter und selbstredend alltägliche Probleme wie z.B. Platten und das alles in einem vorraussichtlich übermüdetem Zustand. Mal schauen, zu was es am Ende reicht.

Ausrüstung:

Hauptbestandteil meines Set-Ups ist mein Rahmen Arc8Eero. Zuverlässig, aerodynamisch und bequem. Für mich ist die passende Sitzposition entscheidend, weshalb ich kein Rennrad wähle, wie die meisten anderen Teilnehmer es vermutlich tun werden. Ich sitze auf diesem Rad perfekt und kann die aeroynamische Position in den flachen Abschnitten lange halten.

Als Reifen wähle ich den Straßenreifen Schwalbe pro One, aber mit einer Breite von 34 mm, was eher einem Gravelreifen entspricht. Dadurch erhoffe ich mir weniger Rollwiderstand auf Asphalt im Vergleich zum reinen Gravelreifen und dennoch einen ordentlichen Gripp auf Schotterabschnitten. Ein gewisses Risiko ist dabei - aber: Wer nichts wagt, der nicht gewinnt!

Ich werde mit TPU Schläuchen starten, da ich einen Reifendruck von ca. 4 Bar fahren werde. Warum nicht Tubeless? Meine Erfahrung ist, dass Tubeless erst schließt, wenn nur noch ein geringer Reifendruck vorhanden ist. Das ist perfekt im Alltag, um bei einem Defekt noch bis nach Hause zu kommen. In meinem Fall könnte es aber bedeuten, dass ich noch 1000 km zu fahren habe ... Dann bin ich schneller, wenn ich einen Schlauch wechsle, anstatt mit nur noch 1,5 Bar und erhöhtem Rollwiderstand weiterzufahren. Als Ersatz habe ich normale Butylschläuche im Gepäck, da ich diese im Notfall problemfrei und schnell auch flicken könnte. (Man lernt dazu! Siehe Basajaun ...)

Als Laufräder fahre ich einen Classified Laufradsatz mit der Classifiednabe, die mir kleinere Gänge, sowie eine deutlich feinere Abstufung ermöglicht. (Wie die Technik genau funktioniert? Siehe „Ben mit Classified in Girona“.)

Neu werde ich mit einem Triathlon Aufsatz von Deda unterwegs sein. Bislang war ich der Meinung, dass ich mir das Mehrgewicht sparen könnte, jedoch hat mir die Fahrt nach Schweden gezeigt, dass es mit dem Aufsatz auf Dauer für den Oberkörper deutlich bequemer ist.

Ich werde eine Trinkweste tragen, die hauptsächlich der Selbstorganisation dient. Geld und Schloss, die ich bei einem Stopp brauche, trage ich damit an meinem Körper, was Zeit beim Einkaufen spart. Des Weiteren befinden sich in den Vordertaschen der Weste Handy, Kopfhörer und Elektrolyt-Brausetabletten. Alle Dinge, die ich während der Fahrt brauchen werde, sind so griffbereit. Die 1,5l Trinkblase werde ich nur in der Nacht befüllen, wenn es über viele Stunden schwierig wird, Wasser zu finden. Über den Tag sollten mir meine zwei 1l Radflaschen ausreichen. So spare ich mir zusätzliches Gewicht auf dem Rücken. Die Trinkweste von Evoc ist deshalb so genial, weil die Trikottaschen frei bleiben und ich so meine Riegel aus den Taschen am Rücken immer erreichen und nach einem Einkauf erstandenes Essen dort direkt verstauen kann.

Glücklich bin ich mit meinen weißen Cyclite Taschen am Rad. Die Oberrohrtasche hat keinen Reißverschluss, dafür einen Klappverschluss gegen die Fahrtrichtung, weshalb sie nach dem Öffnen vom Fahrtwind offengehalten wird und ich in Ruhe hineingreifen kann. In dieser Tasche befinden sich meine SmartCore Akkus für meine Lupine Neo Lampe und mein Wahoo Fahrradcomputer, den es immer wieder aufzuladen gilt.

Unter meinem Triathlon Aufsatz habe ich die Aero Bag von Cyclite montiert. Der große Vorteil gegenüber einen Seat Bag hinter dem Sattel ist die Hartschalenbauart mit Reißverschluss. Wie einen Koffer kann ich diese Tasche beladen und auch während der Fahrt hineingreifen. Ich habe kein Auf- und Zurollen einer Tasche und muss nicht jedes Mal schauen, ob sie gut sitzt und nicht wackelt.

Schlafen ist bei diesen Rennen immer ein spannendes Thema, das jeder für sich abklären muss. Wie viel Schlaf benötige ich und wie lange bin ich ohne Schlaf noch leistungsfähig? Ich gehe davon aus, dass ich in der zweiten Nacht kurz schlafen muss. Bei Basajaun habe ich mich in der zweiten Nacht, nach immer häufiger aufkommenden Halluzinationen, für 20 Minuten auf den Kiesweg gelegt und war danach wieder deutlich aufmerksamer. Es kann aber gut sein, dass es auch ein paar Stunden Schlaf werden, wenn z.B. das Wetter energieraubend sein sollte, wonach es in Moment aussieht. Für mein kurzes Nickerchen habe ich eine Rettungsdecke im Gepäck. Sie ist weder bequem noch kuschelig, aber das ist in diesem Zustand völlig egal.

 

 

Sonstiges zu beachten

Der Start erfolgt samstagmorgens. Das bedeutet, dass mir bis auf Ausnahmen, ab Samstagmittag bis Montagmorgen nur Tankstellen eine Möglichkeit der Versorgung bieten - ich habe daher viel zum Essen dabei! Was im Training herrlich schmeckt, kann man bei einem solchen Rennen nach 24h nicht mehr sehen. Neben klassischen Riegeln habe ich so z.B. auch welche mit Pizzageschmack dabei. Vollkornbrot und geschmacksneutrale Gels gehören ebenfalls dazu. Das Wasser in meinen Flaschen ergänze ich mit Kohlenhydratpulver, solange ich süßes noch ertragen kann.

Vorfreude

Mein Gefühl sagt mir, dass ich auf einen tollen Organisator treffe, der dieses Event mit unglaublicher Leidenschaft bereits zum 6. Mal organisiert. Ich freue mich auf viele andere verrückte Teilnehmer und unvergessliche Tage auf dem Fahrrad.

Tracker #53

Wenn ihr Lust habt, mich zu verfolgen, zu sehen, wo ich bin, wie ich im Rennen liege oder ob ich Pause mache, dann tut das unter folgendem Link und achtet auf die Startnummer 53:

https://dotwatcher.cc/race/race-through-poland-2024

Start ist am Samstag, den 25.5. um 5 Uhr am Morgen.

Powitanie Ben

Hegelstraße 7
72663 Großbettlingen
Route planen >>
Zahlungsoptionen
Social Media
cart