


FERIEN BEDEUTET NICHT FREI HABEN
Wir haben die Ferien gut genutzt, während in der Schweiz und Italien ordentlich Urlaub gemacht wurde, Körper und Geist sich von den Strapazen des Alltages erholt haben, hat Luka eine längere Reise nach Schweden auf sich genommen. Dort fand das Gravel Grit and Grind statt. Ein Gravel Etappenrennen über 3 Tage, Fr. 17km Gravel Zeitfahren, Samstag das UCI Gravelrennen über 145km und Sonntag nochmals 100km mit allen Age Groups und Profis zusammen. Von dort ging es dann nach dem Event mit dem Rad und Taschen, über 7 Tage, zurück in die Heimat, um mit einer Woche Erholung zur Deutschen Meisterschaft Gravel in der Elite Klasse, also gegen Profis wie Jonas Koch oder Paul Voss.
KURZ NACH SCHWEDEN
Ca 1 Woche vor den Rennen ging die Anreise, per Zug nach Kopenhagen um dann mit dem Bike und Fähre, nach Halmstad zum Rennort zu reisen.
Das hat problemlos geklappt und so stand dem Gravel Rennwochenende nichts mehr im Weg. Nachdem wir uns noch Donnerstags große Teile der UCI Strecke angeguckt haben, ging es Freitagmittag los mit dem Gravel Zeitfahren. Hier konnte Luka direkt aufs Podium fahren und landete mit seinem schnellen Avona Callis auf dem 3. Platz in seiner Ak 19-34, knapp 1min hinter dem Sieger aus Litauen, der dort Landesmeister ist. Auf dem Tacho standen 16,7km, 179hm, 30min & 40s, 32,4 kmh & 317 Watt, ein ordentlicher Start ins Wochenende. Das Highlight war aber klar, das UCI Gravelrennen welches wieder ein WM Quali lauf war, als dementsprechend stark besetzt.
UCI GRAVEL HALMSTAD
145km mit 1750hm durch die Wälder Schweden, mit breiten Scotter-Landstraßen, unzähligen Seen, vielen rauen aber auch sehr unterschiedlichen Gravelsectoren und ebenso vielen 1min Anstiegen. Schweden ist sicher nicht bekannt für seine Berge dafür sind es dann aber doch 1750hm geworden, die Anstiege meistens 1-2min. Es galt also hauptsächlich unterschiedlichste Gravel Sektoren zu überwilden, von breiten Gravel-Landstraßen bis zum Single Trails mit großen Steinen war alles dabei. Bis Km 100 hatte ich mir einen guten Verpflegungsplan zurechtgelegt und wollte mich streng daran halten, um hinten raus noch genug Energie für das Finale zu haben, denn die Gravel Rennen werden Hinterhaus entschieden und dort nicht einzugehen ist wichtig für eine gute Platzierung. Das Rennen wird das erste mal so richtig schnell als es nach ca. 75km einen etwas längeren Anstieg mit groben Schotter hinauf ging. Knapp 6min für 2,5km mit 111hm, davon die ersten 600m mit bis zu 15%, teilten unser Spitzenfeld, das mit jeder Welle und jedem gefahrenen Kilometer etwas kleiner wurde. Nach dem Anstieg gings wellig weiter und die Spitze rollte wieder zusammen. Auf den ersten 95km wurde ein 36,5kmh Schnitt gefahren, aber die anspruchsvollsten Kilometer waren die letzten 50km.
50KM FINALE
Mit dem Schild 50km to the Finish hat sich das Spitzenfeld von ca. 50 Fahrern komplett zerlegt, dort begannen ca. 15km mit anspruchsvollem und welligem Terrain. Ich musste fast alle Fahrer ziehen lassen und habe direkt mein Tempo ein gelockt, da ich wusste das es nun einige KM so weiter geht. Das hat sich ausgezahlt und gegen ende des Sektor hatte ich ca. 40 Fahrer zurück überholt und befand mich in einer größeren Gruppe um die Top10 Platzierungen. Doch das nächste Hindernis stand schon an, denn wir waren immer näher an die Küste gefahren und der Wind nahm deutlich, zu besonders auf den darauffolgenden 10km über offene Felder!
Auf der Windkante wurde schnell gefahren und einzelne Fahrer mussten uns ziehen lassen. Ca 15km vor dem ging es in den letzten bewaldeten Abschnitt, dort war nochmal ein Anstieg mit einem steilen Sektor in der Mitte zu bewältigen. Da ich unter den erste 3 Fahrer in den Anstieg gefahren bin habe ich die Chance ergriffen und habe an dem 1,5km langen Anstieg attackiert, Dauer ca. 3:35min. In der oberen Hälfte waren deutlich über 10% und dort konnte ich mich mit ca. 450 Watt von meiner Gruppe absetzten, und die nächsten technischen KM alleine in Angriff nehmen, dort konnte ich meinen Vorsprung nochmals ausbauen. Auf den letzten flachen ca. 6km sammelte ich ein paar Elite Fahrer ein die mir kurzen Windschatten gaben aber natürlich alle gegen Ende des Rennens einfach platt waren. Im Ergebnis stand dann Platz 6, mit 4:08h, 145km, 1750hm, 35kmh avg. und 247 Watt. Ich war sehr zufrieden und hatten mit dem 10km Solo am Ende auch ein gutes Gefühl gehabt, dort nochmals so viel Power überzuhaben.
FINALE MIT DEN PROFIS
Am 3. Tag ging es dann zusammen mit den Profis an den Start nochmals harte wellige 100km. Direkt vom 1km - 3km ging es eine ordentliche Rampe hoch, diese nutzten die Profis sofort, um das Feld zu sortieren. 4:05min mit 400 Watt und ich konnte die erste Gruppe nicht halten, mit Profis wie Felix Stehli oder auch Jonas Lindberg, aber auch keine Schande. Ich hing dann genau zwischen dem ersten 25 Mann und zweiten 25 Mann Feld , wartete dann auf die zweite Gruppe die von Niki Terpstra angeführt wurde. Nach ca. 7km jagt waren wir wieder dran und das Spitzenfeld waren ca. 50-60 Fahrer. Bis KM 50 war es weiter sehr wellig und es gab einige raue Gravelsektoren, diese wurde wirklich Vollgas gefahren, maximal 2er-Reihe, rechts und links auf den geschotterten Spuren, mittig im Gras konnte in den Sektoren niemand mithalten. Steine sind geflogen gerne mal gegen Rahmen, Laufräder oder auch den Körper, es war wirklich Vollgas auf die Fre**e Rennen fahren! Bei 40km to Go an einem steilen Anstieg hat es dann alles zerrissen, und ich befand mich in der 4. Gruppe wieder mit Niki 😀 wir konnten nochmal einige Fahrer einsammeln und in den folgenden Km auch auf Gruppe 3 auffahren. Wir lagen auf Top30 im gesamten Rennen, was für mich, mit den Profis zufriedenstellend war. 9km vor dem Ziel ging es nochmals richtig los in unserer Gruppe, zuerst ging es über eine Grastrail für ca. 2km und dann auf eine Straße die bis 13% Steigung hatte, dann war der Ofen aus… die letzten 7km habe ich mich dann ins Ziel geschleppt, bis es 2km Downhill über 2 ruppige Trails ging, habe ich nur noch einen Fahrer zurück überholt. Age Group Platz 6, wieder wie am Vortag. Im gesamten Rennen war das Platz 45.
Zusammengefasst, Platz 3, 6 und nochmal 6, für mich sehr zufriedenstellend, leider „nur“ Platz 4 in der Gesamtwertung.
MIT DEM BIKE VON SCHWEDEN HEIM
Direkt am Montag ging es mit dem Rad und ein paar Taschen ca. 850km in 5 Tagen heim. Jeden Tag ca 160km auf dem Plan. Halmstad - Kopenhagen 150km, dann Kopenhagen - Burg auf Fehmarn ca. 170km, weiter mit er Etappe Burg - Hamburg 165km und der letzten Etappe vom ersten Blog, Hamburg - Hannover 165km am Ruhetag ging es 20km zu Bahnhof und mit der Bahn nach Frankfurt Main. Am nächsten Tag dann weiter Richtung Heilbronn ca. 170km und von da waren es. Nur noch 100km heim.
Wenn ihr mehr zur Heimreise sehen wollt, guckt mal auf dem Instagram Account vorbei, dort haben wir beim Hardys 2 Videos und auf den Accounts von Luka und Begleitung Franzi gibt es tägliche Videos.
Vielleicht kommt hier nochmals mehr zum Schweden Bikepacking Trip.
AUF ZUR DEUTSCHEN MEISTERSCHAFT
Eine Woche später stand noch die DM Gravel an in der Elite klasse, auf einem 31km Kurs, galt es 5 Runden als knapp 158km zu bewältigen. Dort ging es nochmal gegen die besten Deutschen Profis, die das Rennen super schnell gemacht haben. Kilometer für Kilometer wurde das Feld immer kleiner und auch ich musste die Spitze ziehen lassen. Ich konnte die Gruppe um Platz 30 nicht halten und musste diese ziehen lassen, in einer vierer Gruppe bin ich das Rennen zu Ende gefahren und landete auf Platz 46. Etwas mehr hatte ich mir zugetraut, musste aber feststellen, dass die 850km Bikepacking evtl. nicht die perfekte Vorbereitung für die schnelle und harte DM waren. Naja nächstes Jahr gibt es ja wieder eine DM Gravel!
Bis dahin, bleibt fit
Luka














